NRW

Ermittlungen gegen „Colonia Dignidad“-Bewohner eingestellt

Justiz

Donnerstag, 24. Januar 2019 - 14:14 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Münster. Gegen einen in Gronau lebenden ehemaligen Bewohner der berüchtigten Sektensiedlung „Colonia Dignidad“ in Chile wird nicht mehr wegen Beihilfe zum Mord ermittelt. Die Ermittlungen seien eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Münster am Dienstag mit. Dem Deutschen war vorgeworfen worden, 1976 an der Ermordung mindestens eines chilenischen Oppositionellen während der Herrschaft von Diktator Augusto Pinochet mitgewirkt zu haben.

Die Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und Akten. Foto: V. Hartmann/Archiv

Der Betroffene hatte dies als Verleumdung und Rufmord zurückgewiesen. Er sei selbst Opfer des berüchtigten Sektenführers Paul Schäfer geworden und habe seiner Führungsriege nicht angehört.

Zwar habe er auf Befehl Schäfers einen Gefangenen in einem Keller bewacht und versorgt. Von Erschießungen habe er aber nichts mitbekommen. Er habe auch nicht, wie behauptet, die Gräber für die Leichen der Ermordeten ausgehoben. Ebenso wenig sei er an der nachträglichen Exhumierung und Verbrennung von Leichen beteiligt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 72-Jährigen nichts Gegenteiliges beweisen können. Abgesehen von der Beihilfe zum Mord wären alle anderen denkbaren Straftaten seit 1976 ohnehin verjährt. Gegen den Mann war seit August 2016 in Münster ermittelt worden.


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