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NRW

Erste Städte verbieten Treffen in der Öffentlichkeit

Krankheiten

Freitag, 20. März 2020 - 13:09 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Leverkusen/Dortmund. Kommen Ausgangssperren? Erste Städte in Nordrhein-Westfalen schärfen ihre Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus nun jedenfalls nach. Auch kleinere Menschenansammlungen werden verboten. Grund: Zu viele Bürger haben sich nicht an die Regeln gehalten.

Eine Frau geht an einer Plakatwand vorbei. Foto: Marius Becker/dpa

Erste Städte in Nordrhein-Westfalen verbieten wegen der Coronavirus-Pandemie auch Treffen kleinerer Menschengruppen in der Öffentlichkeit. Als erstes preschte Leverkusen vor. „Zusammenkünfte von zwei oder mehr Personen unter freiem Himmel sind untersagt“, teilte die Stadt am Freitag mit. Dabei gelten nur wenige Ausnahmen. Wer zusammen wohnt - zum Beispiel als Familie oder als Wohngemeinschaft - darf auch noch auf der Straße zusammenstehen. Weitere Ausnahmen gelten bei der „Erledigung von Besorgungen zur Deckung des täglichen Bedarfs“ - etwa Warteschlangen - und bei „zwingenden beruflichen Gründen“.

Polizei und Ordnungsamt sollen die Einhaltung des Verbots kontrollieren, sagte eine Stadtsprecherin. Theoretisch seien natürlich auch Strafen möglich. Es handle sich aber nicht um eine Ausgangssperre.

Auch Dortmund verschärfte seine Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Dort werden von Samstag an in der ganzen Stadt öffentliche Ansammlungen von mehr als vier Personen verboten. Die Stadt begründete das unter anderem mit den Erfahrungen der vergangenen Tage - etwa mit Partys am Dortmunder Phoenix-See, die beobachtet worden seien. Weiterer Grund: Die Wetterprognose für das Wochenende. „Mein Wunsch nach drei Tagen Nieselregen ist nicht erfüllt worden“, sagte Ordnungsdezernent Norbert Dahmen. Auch in Dortmund gelten aber Ausnahmeregelungen, zum Beispiel für Familien.

Ähnliche Regelungen gibt es im baden-württembergischen Freiburg: Dort hatte die Stadt am Donnerstag wegen der Corona-Pandemie ein sogenanntes Betretungsverbot ausgesprochen. Es soll für öffentliche Orte von diesem Samstag bis zum 3. April gelten. Wer sich im Freien aufhalten möchte, dürfe das nur noch allein, zu zweit oder mit Personen, die im eigenen Haushalt lebten, so die Stadt.

In den NRW-Städten hatten zuletzt viele Menschen die ersten warmen Frühlingstage im Freien erleben wollen - was der Empfehlung, möglichst zu Hause zu bleiben, widersprach. Am Freitag war es eher wolkenverhangen und kühl - und damit schon erkennbar leerer, zum Beispiel in Köln. Die meisten Cafés hatten geschlossen, in den restlichen holten vereinzelte Kunden einen Kaffee zum Mitnehmen.

Trotz aller anderen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind in Nordrhein-Westfalen auch weiterhin Ausgangssperren möglich. „Jeder Einzelne hat es in der Hand zu verhindern, dass es Ausgangssperren gibt“, hatte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag gesagt. Das Allgemeine Krankenhaus Viersen etwa hat bereits vorsorglich rund 900 Passierscheine für seine Mitarbeiter drucken lassen.

Unterdessen stieg die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in NRW weiter deutlich an. Das NRW-Gesundheitsministerium meldete am Freitagvormittag 5734 nachgewiesene Erkrankungen. Das waren rund tausend mehr als am Vortag. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle erhöhte sich um einen auf 17. Die mit Abstand meisten Erkrankungen hat weiterhin der Kreis Heinsberg, der 874 Erkrankungsfälle verzeichnete.

Coronavirus-Infektionen melden inzwischen alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW. Das Ministerium betonte, die Entwicklung sei dynamisch. Die Zahlen basierten auf aktuellen behördlichen Meldungen, die das Ministerium erhalte.

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