NRW

Erzbischof bedauert beschönigende Broschüre zu Missbrauch

Kirche

Mittwoch, 14. Oktober 2020 - 13:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln/Hamburg. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat Fehler im Zusammenhang mit einer Informationsbroschüre zum Thema Missbrauch eingeräumt. Es geht dabei um eine Broschüre, die er 2012 als Generalvikar im Erzbistum Köln verantwortet hatte. „Spätestens als Generalvikar hätte ich besser die Broschüre überarbeiten lassen müssen“, sagte Heße der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Donnerstag). „Hier hätten wir im Sinne aller, besonders der Betroffenen, sensibler arbeiten müssen.“

Erzbischof Stefan Heße spricht im Sankt Marien-Dom. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild

Die Broschüre war erstmals 2010 in Kölner Kirchen verteilt worden. Darin berichtete das Erzbistum von nur fünf des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Priestern in seinem Verantwortungsbereich. Die 2018 veröffentlichte Missbrauchstudie der Deutschen Bischofskonferenz habe dagegen 87 Geistliche beschuldigt, berichtete „Christ & Welt“.

Die Broschüre sei ursprünglich im Auftrag des früheren Kardinals Joachim Meisner und des damaligen Generalvikars Dominikus Schwaderlapp erschienen. Heße sei 2010 noch Personalchef in Köln und in dieser Funktion mit Missbrauchsfällen betraut gewesen. „Die Broschüre ist aus heutiger Sicht ein erster, aber misslungener Versuch, mit dem Thema Missbrauch umzugehen. Es ist sicher ein Versäumnis, dass nicht alle damals bekannten Fälle aufgeführt worden sind“, sagte Heße „Christ & Welt“. Heße ist heute als Hamburger Erzbischof in einer der höchsten Positionen der katholischen Kirche in Deutschland. Schwaderlapp ist im Erzbistum Köln zum Weihbischof aufgestiegen.

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