NRW

Experten-Kommission: Verstoß gegen Leitlinien im Landgestüt

Tiere

Freitag, 4. Juni 2021 - 13:37 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf/Warendorf. Bei Trainingseinheiten Mitte April im Landgestüt Warendorf ist gegen Leitlinien zum Tierschutz im Pferdesport verstoßen worden. Das Training sei nicht pferdegerecht gewesen, heißt es in einem Bericht von Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) an den Landtag. Der Bericht wurde am Freitag veröffentlicht. Die Experten, zu denen mehrere Tierärzte, Tierschützer und Pferdezüchter zählen, empfehlen die im Landgestüt praktizierte Ausbildung auf den Prüfstand zu stellen. „Bei den zwei begutachteten Trainingssequenzen werde das Landgestüt seiner Vorbildfunktion hinsichtlich der angewandten Ausbildungsmethoden sowie der Behandlung der Pferde nicht gerecht“, heißt es in dem Bericht an den Landtag.

Ursula Heinen-Esser (CDU), Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Zumindest für den Zeitpunkt der Videoaufzeichnungen gebe es Hinweise auf eine mangelnde Sensibilität im Umgang mit den Pferden. Bei der verbotenen Trainingsmethode handelt es sich um die sogenannte Rollkurr. Dabei wird der Hals des Pferdes vom Reiter am Zügel stark gebeugt. Das Überdehnen kann erhebliche Schmerzen und Schäden am Genick auslösen.

Die Leiterin des Landgestüts, Kristina Ankerhold, hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe um Versetzung gebeten. Staatssekretär Heinrich Bottermann übernahm auf Wunsch von Heinen-Esser die Leitung. Beim Kreis Warendorf als Aufsichtsbehörde läuft derzeit noch eine Überprüfung der Vorwürfe.

Bei dem umstrittenen Training waren zwei junge Hengste unter Anleitung der Gestütsleiterin trainiert worden. Zeitgleich fand in der Halle ein Training der Deutschen Reitschule statt. Die Teilnehmer des Lehrgangs machten Videoaufnahmen und stellten diese der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zur Prüfung zur Verfügung.

© dpa-infocom, dpa:210604-99-862013/2

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