NRW

Fall Amad A.: Justizminister geht nicht von Manipulation aus

Landtag

Montag, 8. April 2019 - 15:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Im Fall des unschuldig inhaftierten und nach einem Gefängnisbrand gestorbenen Syrers Amad A. kann sich Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) keine Datenmanipulation vorstellen. „Das wäre so ungeheuerlich, dass ich das nach wie vor nicht annehme“, sagte Biesenbach am Montag im Rechtsausschuss. Das WDR-Magazin Monitor hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass eine gezielte Manipulation nicht auszuschließen sei.

Peter Biesenbach (CDU), Justizminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Rolf Vennenbernd/Archivbild

Der 26-jährige Amad A. war im vergangenen Jahr nach einem Zellenbrand gestorben. Nach einer offiziellen Darstellung soll der hellhäutige Amad A. im Juli 2018 mit einem dunkelhäutigen Mann aus dem afrikanischen Mali verwechselt worden und ins Gefängnis gekommen sein. Wochenlang saß der 26-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Kleve und legte im September laut einem externen Sachverständigen selbst einen Brand in seiner Zelle.

Infolge der schweren Verbrennungen starb er Ende September in einer Klinik. Der Syrer war festgenommen worden, weil er an einem Badesee vier Frauen belästigt haben soll.


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