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NRW

Fall Amad A.: „Offizielle Version ist eine Farce“

Kriminalität

Donnerstag, 9. Juli 2020 - 12:32 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Im Fall des unschuldig inhaftierten und verbrannten Syrers Amad A. haben SPD und Grüne nach eineinhalb Jahren Arbeit des Untersuchungsausschusses eine kritische Zwischenbilanz gezogen. „Die offizielle Version, es habe sich um eine bloße Verwechselung gehandelt, ist eine Farce“, sagte SPD-Obmann Sven Wolf am Donnerstag in Düsseldorf. Dem Untersuchungsausschuss seien unvollständige Unterlagen vorgelegt worden. „Es wird an einigen Stellen immer mysteriöser“, sagte Grünen-Obmann Stefan Engstfeld.

Der hellhäutige Syrer war im Juli 2018 wegen eines Haftbefehls eingesperrt worden, der für den Schwarzen Amedy G. aus dem afrikanischen Mali galt. Amad A. hatte wochenlang in Kleve unschuldig im Gefängnis gesessen und schließlich in seiner Zelle selbst Feuer gelegt. Dabei erlitt er so schwere Verbrennungen, dass er im September 2018 in einer Klinik starb.

„Amad A. hätte noch leben können“, sagte Wolf. Mehr als 20 Beamte seien zuvor mit dem Vorgang beschäftigt gewesen. Angeblich habe aber nur eine Sachbearbeiterin in Braunschweig bemerkt, dass der hellhäutige Syrer für die Straftaten von Amedy G. ins Gefängnis gesteckt wurde.

„Einige hätten ihm helfen können, einige sollen und einige müssen“, sagte Wolf. Das Landeskriminalamt sei zudem bereits Monate vorher darauf hingewiesen worden, dass das NRW-Fahndungssystem Viva zu falschen Schlussfolgerungen bei der Anwendung führe.

„Wenn hier gravierende Fehler gemacht wurden, wäre das Herrn Reul sicherlich nicht recht“, sagte Wolf, denn der im Landesamt für die Software Verantwortliche „ist heute sein Staatssekretär“.

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