NRW

Feuerwehrleute kritisieren Fehlen eines Krisenstabs

Landtag

Mittwoch, 22. Dezember 2021 - 15:05 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Im Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe im Juli haben Feuerwehrleute aus Hagen die Entscheidung der Landesregierung gegen einen Krisenstab kritisiert: „Eigentlich muss der Bundeswehreinsatz vom Krisenstab der Landesregierung gesteuert werden. Wir haben das auf eigene Faust getan, sonst stünden wir in Hagen heute noch mit Schippe und Schubkarre.“

Sie unterbreiteten dem Ausschuss eine Reihe von Vorschlägen: So müsse der Digitalfunk besser gegen Stromausfall gesichert werden. Auf den seien sie angewiesen sei, um einsatzfähig zu bleiben, sagten sie als Zeugen am Mittwoch. Straßen sollten an manchen Stllen mit zwei statt einem Gulli ausgestattet werden, damit das Wasser schneller ablaufen könne. Die Feuerwehr benötige zudem eine landesweite Lage-Software, damit Hilfe auch gezielt in die am schwersten betroffenen Gebiete geschickt werden könne.

Zudem sei ein funktionierendes Sirenennetz unverzichtbar. Warn-Apps und Radiodurchsagen müssten die Bevölkerung aber nach dem Sirenenalarm mit den notwendigen Informationen versorgen. Ähnlich den Brandschauen sollte die kritische Infrastruktur einem Stresstest für Hochwassersituationen unterzogen werden. „Wenn ich ein Umspannwerk im Überflutungsbereich baue, fällt im Ernstfall bei allem, was da dran hängt, der Strom aus“, sagten die Feuerwehrleute.

Wichtig sei es, die kritische Infrastruktur auf solche Ereignisse vorzubereiten. Unwetter mit ungewöhnlich starken Regenfällen hatten Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eine Hochwasserkatastrophe ausgelöst. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen verwüstet. Nach ersten Schätzungen entstanden allein in NRW Schäden in Höhe von etwa 13 Milliarden Euro, 49 Menschen starben.

© dpa-infocom, dpa:211222-99-478933/2

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