NRW

Fischer verordnet Gladbacher Video-Studium

Fußball

Freitag, 25. September 2020 - 14:02 Uhr

von Von Arne Richter, dpa

dpa Berlin. An den letzten Auftritt im Borussia-Park hat Urs Fischer unangenehme Erinnerungen. Der Trainer des 1. FC Union Berlin zeigt seinen Spielern aber genau jene Fehler aus dem Mai. Mit Mut soll diesmal mehr drin sein. Ein Leihspieler aus Liverpool könnte gleich beginnen.

Union-Trainer Urs Fischer spricht vor dem Heimspiel seiner Mannschaft zu Journalisten. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild

Ein gemütlicher Film-Abend geht anders. Die Profis von Union Berlin müssen vor dem ersten Saison-Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Borussia Mönchengladbach ganz tapfer sein. Mit einem ausführlichen Video-Studium mit Szenen vom 1:4 im Borussia-Park Ende Mai will Urs Fischer die Grundlage für ein diesmal besseres Abschneiden der Eisernen beim Champions-League-Teilnehmer legen. „Wir haben uns schon die eine oder andere Aktion aus dem Spiel angeschaut“, sagte der Trainer vor der Abreise gen Westen.

„Es ist wichtig, dass du mutig bist, sie auch mal zu Fehlern zwingst. Das haben wir nicht gut gemacht“, sagte Fischer in einer Mischung aus Vor- und Rückschau. Max Kruse und Taiwo Awoniyi können die Filmsequenzen mit den Fehlleistungen ihrer Kollegen recht entspannt anschauen. Die Offensiv-Neulinge waren in der Vorsaison noch nicht dabei - und sind nun die großen Hoffnungsträger von Union.

Für Kruse wird es aber wieder nicht für die Startelf reichen, kündigte Fischer bereits an. „Für 90 Minuten ist er sicher noch nicht bereit. Aber er ist weiter als vor einer Woche“, sagte der Schweizer. An seiner alten Wirkungsstätte wird der 32-Jährige also wie schon beim recht ernüchternden 1:3 zum Auftakt gegen den FC Augsburg maximal als Joker Mitte der zweiten Halbzeit zum Einsatz kommen.

Ganz anders sieht es bei Awoniyi aus. Sollten die Worte Fischers kein Bluff sein, dürfte der 23 Jahre alte Nigerianer vor sein Debüt von Anfang an im Union-Trikot stehen. Die Vakanz in der Sturmmitte ist zu groß. Individuell ließ Fischer daher mit der Liverpool-Leihe arbeiten. Schnell soll er die Prinzipien des Köpenicker Spiels verstehen. „Er ist ein bulliger Stürmer, er hat Geschwindigkeit, Taiwo ist ein Kandidat für Sonnabend“, sagte Fischer.

Die Prinzipien des Union-Spiels stehen schon im zweiten Saisonspiel auf dem Prüfstand. Gegen Augsburg wurde klar, dass der Überraschungseffekt im zweiten Bundesliga-Jahr nicht mehr zum Tragen kommen dürfte. Die Gegner haben sich auf die intensive, manchmal eklige Spielweise eingestellt. „Es wird wichtig sein, dass wir eine gute Balance finden. Nur zu verteidigen, wird nicht funktionieren“, sagte Fischer.

Neben der Grundsatzfrage, ob defensiv wieder mit einer Vierer- oder doch lieber einer Dreierkette agiert wird, muss Fischer auch den Ersatz für den an der Wade verletzten Christian Gentner klären. Sebastian Griesbeck wäre die Alternative in einem auf Kompaktheit konzentrierten Mittelfeld. Stellt Fischer auf drei Innenverteidiger um, käme wohl der Pokal-Siegtorschütze Nico Schlotterbeck zu seinem Bundesliga-Debüt für Union. In den Videos hatte er noch die Bilder seines nach Freiburg zurückgekehrten Bruders Keven Schlotterbeck aus dem Mai begutachten müssen.

Bilder vom 2:0-Heimsieg aus der Vorsaison gegen Gladbach bekamen die Union-Profis übrigens laut Fischer nicht zu sehen. „Das ist zu weit weg“, sagte der Trainer. Aber: „Zumindest wird der eine oder andere auf dem Platz stehen, der dabei war, und ich hoffe, dass das das Gefühl auslöst, dass du auch in Gladbach was holen kannst.“

Ihr Kommentar zum Thema

Fischer verordnet Gladbacher Video-Studium

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha