NRW

Flammendes Spektakel: Osterräder von Lügde rollen wieder

Brauchtum

Sonntag, 21. April 2019 - 01:52 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Lügde. Sie sind Weltkulturerbe und sollen nach den bundesweiten Negativschlagzeilen rund um den schrecklichen Kindesmissbrauch für gute Nachrichten sorgen: Die Osterräder von Lügde rollen am Abend ins Tal. Das Spektakel lockt alljährlich Tausende.

Ein brennendes Osterrad aus Holz rollt den Osterberg herunter. Foto: Friso Gentsch/Archivbild

Immaterielles Weltkulturerbe und flammendes Spektakel: Mit brennendem Stroh gestopfte Holzräder rollen heute in Lügde den Hang hinab. Zu dem traditionsreichen Osterräderlauf im Kreis Lippe werden bis zu 20 000 Besucher erwartet. Die Veranstalter wollen in diesem Jahr ungeachtet der Negativschlagzeilen über den Missbrauchs- und Polizeiskandal von Lüdge die schönen Seiten ihrer Stadt präsentieren, hieß es vorab.

Nach einer mehrere Jahrhunderte alten Tradition stopfen die Lügder am Nachmittag Roggenstroh in riesige Holzräder, zünden es an und schicken die Feuerräder nach Einbruch der Dunkelheit einen Berg hinab. Sie erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern. Damit die Holzräder selbst kein Feuer fangen, werden sie vorher mehrere Tage in einen Fluss gelegt und gewässert. Kommen die Räder gut ins Tal, wird es dem alten Volksglauben folgend ein gutes Erntejahr geben.

Seit Dezember 2018 ist der Osterräderlauf als immaterielles Kulturerbe Deutschlands bei der Unesco gelistet - auch weil der Brauch für die Bewohner der Stadt ein stark identitätsstiftendes Ereignis sei.


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