NRW

Flüchtlinge misshandelt: Prozess gegen 30 Angeklagte

Prozesse

Donnerstag, 8. November 2018 - 03:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Siegen. Bilder aus einem Flüchtlingsheim in Burbach lösten 2014 Entsetzen aus. Wachleute demütigten und misshandelten Schutzsuchende. Gegen 30 Angeklagte beginnt nun ein Mammutprozess in Siegen.

Das Flüchtlingsheim auf dem Gelände der ehemaligen Siegerland-Kaserne in Burbach. Foto: Federico Gambarini/Archiv

Im Skandal um misshandelte Flüchtlinge in einem Heim im siegerländischen Burbach beginnt heute der Strafprozess gegen 30 Angeklagte. Vor rund vier Jahren hatten drastische Fotos und ein Video von den Übergriffen bundesweit schockiert. Das Landgericht Siegen verhandelt wegen des erwarteten großen öffentlichen Andrangs im Tagungszentrum Siegerlandhalle. Bei zwei Angeklagten wurde das Verfahren aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgetrennt.

Die Beschuldigten waren in der Heim- und Teamleitung oder als Wachleute in der Notaufnahme-Einrichtung des Landes NRW eingesetzt. In rund 50 Fällen zwischen Ende 2013 und September 2014 sollen sie Flüchtlinge in „Problemzimmern“ tagelang eingesperrt, gedemütigt und misshandelt haben. Bei den angeklagten Straftaten geht es unter anderem um fahrlässige und gefährliche Körperverletzung, Nötigung oder Diebstahl. Der Skandal hatte auch eine politische Diskussion um Qualität und Standards in der Flüchtlingsunterbringung ausgelöst und die damalige rot-grüne NRW-Regierung von Hannelore Kraft (SPD) stark unter Druck gesetzt.


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