NRW

Forscher: Nutzen von Sharing-Modellen für Umwelt ist gering

Umwelt

Freitag, 9. August 2019 - 06:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln. Der Nutzen von Sharing-Modellen für die Umwelt - etwa bei Autos, Wohnungen oder Kleidung - ist Forschern zufolge gering. „So wie die Plattformen gegenwärtig genutzt werden, kann man nur von moderaten Umweltentlastungen ausgehen“, sagte Maike Gossen vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung der Deutschen Presse-Agentur. Gossen hat mit ihrem Team die Nutzung von Sharing-Modellen, also Teilen, und deren Ökobilanz erforscht. „Das Versprechen, Sharing leiste einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt, kann man zwar bejahen - aber die Effekte sind geringer als suggeriert wird.“

Lena Schröder, Inhaberin des Kölner Kleidungsverleihers „Kleiderei“, zeigt eine Stofftasche. Foto: Henning Kaiser/Archivbild

Die Ökobilanz hängt nach Ansicht der Wissenschaftler vor allem davon ab, wie die Angebote genutzt werden. Ein häufiger Fall laut Gossen: „Man spart oder erhält sogar Geld - und das gibt man dann an anderer Stelle wieder aus.“ In einigen Fällen entstehe durch Sharing-Angebote sogar zusätzlicher Konsum. Als Beispiel nennt Gossen die Unterkunftsplattform Airbnb, durch die möglicherweise erst der Anreiz für manche Reise geschaffen wird - die dann wiederum eine zusätzliche Belastung der Umwelt ist. Eine relativ positive ökologische Bilanz haben Gossen zufolge hingegen private Mitfahrgelegenheiten, durch die Extra-Fahrten eingespart werden.

Es gibt auch Gegenstimmen: Verena Bax von der Umweltorganisation Nabu etwa bewertet Sharing-Modelle grundsätzlich als positiven Beitrag zur Umweltentlastung. Allerdings seien sie für viele Nutzer keine echte Alternative zum Kaufen, weil nur wenige bereit seien zu teilen.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.