NRW

Franz Marcs „Füchse“: Entscheidung über Restitution

Kunst

Donnerstag, 29. April 2021 - 01:43 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf. Im jahrelangen Streit um das wertvolle Gemälde „Die Füchse“ von Franz Marc entscheidet der Düsseldorfer Stadtrat am heutigen Donnerstag über die Rückgabe an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers. Den Ratsmitgliedern liegt eine vertrauliche Beschlussvorlage vor, über die sie als letzten Tagesordnungspunkt voraussichtlich gegen Abend abstimmen werden.

Eine Statue der Justitia mit verbundenen Augen am Eingang eines Gerichts. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

Die Beratende Kommission für Raubkunstfälle hatte in einer umstrittenen Entscheidung die Rückgabe des Werks an die Erben des jüdischen Unternehmers Kurt Grawi (1887-1944) empfohlen. Die Kommission hatte sich mit sechs zu drei Stimmen für die Restitution ausgesprochen.

Grawi war nach 1933 in Deutschland erheblichen Repressionen ausgesetzt. 1938 wurde er mehrere Wochen im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. 1939 konnte er nach Chile auswandern. 1940 verkaufte er das Bild in New York. 1962 kam es als Schenkung in den Bestand des Städtischen Kunstmuseums Düsseldorf. Heute gehört das auf mindestens 14 Millionen Euro geschätzte kubistische Gemälde zu den Spitzenwerken des Museums Kunstpalast in Düsseldorf.

Nach Auffassung der Beratenden Kommission ist der Verkauf des Gemäldes als NS-verfolgungsbedingter Entzug anzusehen, „obwohl der Verkauf außerhalb des NS-Machtbereiches seinen Abschluss gefunden hat“ und ein angemessener Preis gezahlt worden sei. Die Stadt Düsseldorf sieht dagegen keinen Anhaltspunkt dafür, dass Grawi nicht den Marktpreis erzielt hätte. Außerdem habe er durchaus Einfluss auf die Preisgestaltung gehabt.

© dpa-infocom, dpa:210428-99-390690/2

F. Burg 29.04.202110:46 Uhr

Das Bild kann ja formell zurück gegeben werden, sollte aber weiterhin für jeden öffentlich zugänglich sein, sprich in einem Museum hängen.

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