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NRW

Frau als IS-Mitglied angeklagt

Prozesse

Donnerstag, 15. August 2019 - 16:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Ein in Düsseldorf angeklagtes mutmaßliches Mitglied der Terrorvereinigung „Islamischer Staat“ (IS) ist nach eigenen Worten in Deutschland unbeschwert aufgewachsen. „Ich bin mit meinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland gekommen und hatte in Köln eine glückliche Kindheit“, erklärte die 47-Jährige am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Frau muss sich seit Montag wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz verantworten. Ihr werden außerdem Kriegsverbrechen gegen das Eigentum der Zivilbevölkerung im Irak vorgeworfen.

Das Wort „Oberlandesgericht“ ist am Eingang in Stein gemeißelt. Foto: Roland Weihrauch/Archivbild

Am zweiten Prozesstag am Donnerstag sagte die Angeklagte über sich aus. Ihre Eltern seien eher westlich orientiert gewesen, sagte die Frau. Sie begann ein Politikstudium in Bonn, heiratete, wurde Mutter, trennte sich und wurde Muslima. Wie sie zur Terrormiliz IS kam, berichtete sie nicht. Das gehöre ja zum Tatvorwurf, sagte die Angeklagte.

Die Bundesanwaltschaft wirft der 47-Jährigen vor, sich 2015 von Köln aus der Terrormiliz angeschlossen zu haben. Sie soll nach islamischem Recht einen in der Türkei lebenden IS-Kämpfer aus Herford per Videotelefonie geheiratet haben. Das Paar soll mit dem Sohn der Frau nach Syrien gereist und von der Terrormiliz in den Irak geschleust worden sein.

Dort bezogen sie später ein Haus, dessen Bewohner der IS vertrieben hatte. Das ist laut Völkerstrafrecht ein Kriegsverbrechen gegen das Eigentum. Die Frau wurde 2018 bei der Einreise nach Deutschland festgenommen. Bei einer Verurteilung droht ihr eine mehrjährige Haftstrafe. Der 13-jährige Sohn lebt in einer Jugendeinrichtung. Der Prozess soll bis Ende Oktober dauern.

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