Fridays for Future vor Aktionstag: rund 90 Demos in NRW

dpa/lnw Köln. Während die Politik an ihrer Klimapolitik schraubt, wollen Menschen im ganzen Land für das Klima auf die Straße gehen. Diesmal sind nicht nur Schüler und Studenten, sondern auch Arbeitnehmer gefragt.

Fridays for Future vor Aktionstag: rund 90 Demos in NRW

Menschen bei einer Demonstration von Fridays for Future in Bonn. Foto: Roberto Pfeil/VM/Archivbild

Es könnte ein Aktionstag werden, der Rekorde bricht: Während in Berlin am Freitag Maßnahmen für eine effizientere Klimapolitik geschnürt werden sollen, wollen Menschen in aller Welt für das Klima auf die Straße gehen. Allein in NRW sollen laut dem Aktionsbündnis Fridays for Future rund 90 Demonstrationen stattfinden - denn diesmal sind nicht nur die Metropolen, sondern auch sehr viele Kleinstädte dabei. In Köln rechnen die Veranstalter mit mindestens 20 000 Teilnehmern, in Münster will man 10 000 Menschen auf die Straße bringen, in Bonn mindestens 7500. Erfüllen sich diese Erwartungen, wären die Demos vielerorts die bisher größten ihrer Art.

Anders als bei den bisherigen Aktionen richtet sich der Aufruf von Fridays for Future nicht nur an Schüler und Studenten, sondern ganz gezielt auch an Arbeitnehmer. Diese müssen in NRW allerdings weitgehend selbst dafür sorgen, sich die notwendigen Stunden Freizeit zu verschaffen, wenn sie demonstrieren wollen. Man könne Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen, hieß es auf Nachfrage etwa von den Konzernen Henkel, RWE oder Bayer. Auch in den Stadtverwaltungen von Köln, Düsseldorf oder Bonn, wo die jeweiligen Oberbürgermeister aktiv zur Teilnahme am Streik aufriefen, gelten diese Regeln.

Eine kreative Lösung hat hingegen das Kölner Energiebüro vom Stein gefunden, über die zunächst der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet hatte: Dort deklariert man die Teilnahme am Aktionstag samt einem gemeinsamen Mittagessen als Betriebsausflug.

Mit dem Aufruf zum Streik steht Fridays for Future nicht alleine da. Längst haben sich auch Wissenschaftler („Scientists for Future“), Eltern („Parents for Future“) oder auch Ingenieure („Engineers for Future“) den Forderungen der Aktivisten angeschlossen: Sie wollen von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe. Vor allem müsse gemäß dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit eingedämmt werden.

Auch die großen Kirchen in NRW, Gewerkschaften, Umweltorganisationen und Prominente rufen dazu auf, sich am Aktionstag zu beteiligen. „Ich hoffe, ihr seid auch mit dabei“, sagt etwa der Popsänger Johannes Oerding aus Kleve in einem Twitter-Video. Die Kölner Autorin Charlotte Roche wirbt auf Instagram mit einem #AllefürsKlima-Profilbild und schreibt unter einen ihrer Posts: „Ich gehe am 20.9. demonstrieren. Wer geht mit?“