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Gegen den Haaland-Fluch: Dardai beschwört neue Abwehrstärke

Fußball

Freitag, 12. März 2021 - 13:52 Uhr

von Von Arne Richter, dpa

dpa Berlin. Im November zeigte Erling Haaland Hertha BSC, was er im Strafraum anrichten kann. Vier Tore schoss der Norweger zum 5:2 des BVB. Vor dem Rückspiel setzt Hertha-Trainer Dardai nun auf kollektive Berliner Abwehr-Solidität. Das Mittel des FC Sevilla wirkte bekanntlich nicht.

Dortmunds Erling Haaland feiert ein Tor. Foto: Bernd Thissen/dpa-Pool/dpa/Archivbild

Mit einem südamerikanischen Fußball-Fluch will Pal Dardai Dortmunds Sturmwunder Erling Haaland nicht belegen. Das hat schließlich schon dem FC Sevilla in der Champions League nicht geholfen. Vor dem Duell bei der Borussia am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beschwört der Hertha-Coach lieber die gemeinsame Stärke des neuen Abwehrverbunds des Berliner Fußball-Bundesligisten um Niklas Stark, Lukas Klünter und seinen Sohn Marton Dardai. „Wir werden gemeinsam versuchen, Haaland zu stoppen“, sagte der Hertha-Coach. „Wir werden es defensiv gemeinsam gegen ihn angehen“, versicherte der 44-Jährige.

Im Nebensatz fügte Dardai an, dass man schon seine Erfahrungen mit dem 20 Jahre alten norwegischen Topstürmer habe. Was sich erstmal positiv anhörte, als sei der Abwehr-Plan schon in der Schublade, ist bei näherer Betrachtung nur eine miserable Erinnerung an einen schlechten Abend im November. Vier Tore schoss Haaland beim 5:2 des BVB zwischen der 47. und 80. Minute im Olympiastadion. Um dann bei der Auswechslung für Rekord-Jungspieler Youssoufa Moukoko angesäuert zu sein, dass er nicht noch ein fünftes nachlegen konnte. Das sind die Erfahrungen, die Hertha mit Haaland hat.

„Er ist schon phänomenal. In jungen Jahren nicht nur diese Torquote zu haben, sondern auch dieses Bild, was er nach außen trägt, jedem Ball hinterherzulaufen, diese Tore zu machen, diese positive aggressive Grundhaltung, ist schon phänomenal“, sagte Hertha-Spordirektor Arne Friedrich. „Das wird eine große Aufgabe für Pal und das Trainerteam und unsere Jungs, ihn am Wochenende in Schach zu bekommen.“

Dardai sieht aber nicht nur in seiner zuletzt soliden Dreierkette Klünter, Stark, Dardai ein geeignetes Mittel, die norwegisch-westfälische Fußball-Naturgewalt zu stoppen. Ein Sonderlob bekam der in Berlin lange unter dem Radar laufende Hertha-Rekordtransfer Lucas Tousart. Vorbildlich agiere der Franzose auf dem Platz und in der Kabine. Indiz der fortschreitenden Integration des introvertierten Mittelfeldabräumers laut Dardai: „Er spricht schon ein bisschen Deutsch.“

Da neben Offensivwirbler Matheus Cunha auch Sami Khedira wegen seiner Muskelverletzung in der linken Wade in Dortmund weiter fehlt, wird Tousart noch mehr Verantwortung tragen müssen. „Kiricocho“, jene aus Argentinien stammende Verwünschung eines Kontrahenten, kann er sich auch sparen. Haaland traf am Dienstag trotz der Flüche aus Sevilla in der Königsklasse doppelt. Seine beeindruckende Gesamtquote: 32 Tore in 34 Spielen in der Bundesliga, 20 Tore in 14 Spielen in der Champions League.

Ängstlichkeit wäre für die Hertha aber das schlechteste Rezept, meint Friedrich. „Ich glaube schon, dass wir eine Möglichkeit haben, da zu gewinnen“, sagte der ehemalige Nationalspieler. Auch nach dem Sieg gegen Augsburg, der in Berlin fast schon hymnisch gefeiert wurde, sind es nur zwei Punkte bis zum Relegationsrang. Theoretisch kann die Hertha an einem einzigen Spieltag auch bis auf Platz 17 abrutschen, der direkt in Liga zwei führen würde. Haaland hin oder her. „Wir müssen weiter punkten“, sagte Dardai.

© dpa-infocom, dpa:210312-99-795632/2

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