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NRW

Gericht entscheidet islamischen Religionsunterrichts

Prozesse

Donnerstag, 9. November 2017 - 02:44 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf/Münster. Zwei Islamverbände haben das Land NRW verklagt: Sie wollen einen islamischen Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes. Bekämen sie Recht, hätten sie deutlich mehr Rechte als beim bisherigen Modell. Nun spricht das OVG ein Urteil.

Schulbücher im islamischen Religionsunterricht liegen auf einem Tisch. Foto: Oliver Berg/Archiv

Das Oberverwaltungsgericht Münster verhandelt heute über die Klage von zwei Islamverbänden gegen das Land Nordrhein-Westfalen. Der Zentralrat der Muslime (ZMD) und der Islamrat wollen erreichen, dass in NRW islamischer Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes eingeführt wird.

Seit 2012 gibt es in NRW zwar das Fach islamischer Religionsunterricht (IRU). Die beiden Kläger wirken schon jetzt über einen Beirat bei der Gestaltung des Fachs mit. Aber es handelt sich nur um eine Übergangslösung. Sie läuft Mitte 2019 aus. Was danach kommt, ist ungeklärt.

Der am Donnerstag verhandelte Rechtsstreit hat eine lange Vorgeschichte: Er begann 1998 und ging bis zum Bundesverwaltungsgericht. Das hatte den Fall 2005 an das OVG zurückverwiesen. Kläger und Beklagte hatten dann zunächst vereinbart, das Verfahren ruhen zu lassen. Nun wollen ZMD und Islamrat aber eine Klärung.

Sollten die Kläger gewinnen, könnten die Folgen des Urteils weitreichend sein. „Wenn die Kläger gewinnen, dann käme am Ende ein anderer islamischer Religionsunterricht heraus als der, den wir jetzt haben“, sagt Gerichtssprecherin Gudrun Dahme. Das Land hätte dann womöglich nicht mehr so starke Einfluss- und Mitspracherechte, wie es nach dem derzeitigen Beiratsmodell der Fall ist. Ein Urteil am heutigen Tag gilt als wahrscheinlich.


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