NRW

Geständnis: Mutter gibt Tochter regelmäßig Schmerzmittel

Prozesse

Montag, 16. Dezember 2019 - 13:28 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Münster. Eine Mutter gibt ihrer Tochtern regelmäßig Methadon. Angeblich hatte das Mädchen Schlafstörungen. Im Prozess gesteht die Frau unter Tränen.

Ein Modell der Justitia steht auf einem Tisch. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

Unter Tränen hat eine 34-jährige Frau vor dem Landgericht Münster gestanden, ihrer Tochter regelmäßig das starke Schmerzmittel Methadon verabreicht zu haben. Die Angeklagte will selbst seit vielen Jahren abhängig von Medikamenten sein und auch während der Schwangerschaft im Jahr 2015 regelmäßig Schmerzmittel eingenommen haben. Nach der Geburt ihrer Tochter habe sich sehr schnell herausgestellt, dass sich das Mädchen nur verzögert entwickelte. Unter anderem habe das Mädchen so gut wie nie durchgeschlafen, sagte die Steinfurterin den Richtern. Deshalb habe sie im März 2019 damit begonnen, dem Kind täglich Methadon zu geben.

Methadon ist hoch wirksam, wird zur Drogenersatztherapie etwa von Heroinsüchtigen benutzt und kann selbst süchtig machen. Die Medikamentengabe war bei einem Krankenhausaufenthalt des Kindes in Münster festgestellt worden. Die Ärzte hatte wegen einer Lungenentzündung eine Urinprobe genommen und untersucht. Die Anklage lautet auf Misshandlung von Schutzbefohlenen.


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