NRW

Geständnis im Prozess um Geiselnahme und Folter

Prozesse

Dienstag, 22. Juni 2021 - 12:56 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf/Oyten. Ein Mann (23), der mit zwei Komplizen einen anderen Mann entführt und in einen Keller gebracht haben soll, hat zum Prozessauftakt am Düsseldorfer Landgericht ein Geständnis abgelegt. Die Tat hatte sich laut Anklage vor dreieinhalb Jahren in Oyten in Niedersachsen ereignet. Das Opfer wurde demnach in dem Keller gefoltert.

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Gemeinsam mit zwei Komplizen soll der Angeklagte im Dezember 2018 das Opfer beim Einsteigen in sein Auto überwältigt haben. Anschließend war der Entführte in einen Keller gebracht und dann seinem Onkel überlassen worden.

Das Entführungsopfer soll zuvor die Mutter des Onkels bestohlen und dabei Gold und Geld im Wert von einer halben Million Euro erbeutet haben. Der 23-Jährige und seine Komplizen sollen laut Anklage gewusst haben, dass er vom Onkel massiv gefoltert werden würde, damit er das Versteck der Beute preisgibt.

Dem Opfer waren damals mit einem Bunsenbrenner Verbrennungen im Gesichts-, Bein- und Genitalbereich zugefügt worden. Die Anklage stützt sich auf die Aussage des Opfers, auf DNA-Spuren am Tatort und auf mitgeschnittene Telefonate. Der Angeklagte und seine Komplizen sollen laut Anklage gewusst haben, was der Onkel plant.

„Es sollte nur eine Familienangelegenheit mit ein paar Ohrfeigen geklärt werden“, betonte dagegen der Angeklagte in einer Erklärung, die sein Verteidiger vorlas. Von Folter und Bunsenbrennern sei nie die Rede gewesen. Trotz dreistündiger Folter bekam der Onkel nichts zum Versteck der angeblichen Beute heraus. Das gefolterte Opfer hatte bis zuletzt beteuert, nichts über den Verbleib des Goldes zu wissen.

Für den Prozess sind bis zum 6. Juli noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.

© dpa-infocom, dpa:210622-99-95501/3

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