NRW

Getöteter Stadt-Mitarbeiter: Justiz prüft Versäumnisse

Kriminalität

Montag, 13. Januar 2020 - 16:48 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Köln. Die tödliche Attacke gegen einen Mitarbeiter der Stadt Köln hätte möglicherweise verhindert werden können. Die Kölner Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es in den eigenen Reihen zu Versäumnissen kam. Es sei ein Dienstaufsichtsverfahren eingeleitet worden, teilte das NRW-Justizministerium in einem am Montag veröffentlichten Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags mit. Hintergrund ist die Frage, ob der psychisch kranke mutmaßliche Täter nicht längst in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen gehört hätte.

Polizisten stehen vor einem Haus. Hier soll ein Mann zwei Mitarbeiter der Stadt Köln bei einem Hausbesuch mit einem Messer angegriffen und einen von ihnen tödlich verletzt haben. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hatte er nicht nur bereits im März öffentliche Bedienstete angegriffen, als die seine Wohnungstür hatten öffnen lassen. Nur gut zwei Wochen später soll der Mann außerdem in einer Psychiatrie Pfleger angegriffen und mit einem Messer nach einer Pflegerin gestochen haben. Daraufhin hatte das psychiatrische Krankenhaus bereits Ende März die Unterbringung des Mannes angeregt.

Ein Staatsanwalt habe einen Sachverständigen Ende Juni mit der dafür notwendigen Begutachtung des Mannes beauftragen wollen, aber anscheinend keine Antwort von dem Psychiater erhalten. Auf Basis des Berichts eines Betreuers sei der Mann sogar bereits Mitte April wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er werde prüfen, ob es zu Dienstpflichtverletzungen gekommen sei, kündigte der Chef der Kölner Staatsanwaltschaft an.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.