NRW

Giftcocktail in Saft gemischt: Neuer Prozess

Prozesse

Dienstag, 28. Januar 2020 - 15:37 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Bonn. Weil sie ihrem Ehemann einen Cocktailmix mit einer gefährlichen Dosis an Medikamenten in den Saft gemischt hatte, muss sich eine 56-jährige Arzthelferin aus Waldbröl seit Dienstag vor dem Bonner Landgericht verantworten. Das Amtsgericht Waldbröl hatte die Angeklagte im Oktober 2018 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr und drei Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Ihr 54-jähriger Ehemann ging dagegen in Berufung. Er ist davon überzeugt, dass seine Frau ihn für eine Liebesaffäre abstrafen und ihn mit dem Saftcocktail töten wollte.

Eine goldfarbene Justitia-Figur. Foto: Britta Pedersen/zb/dpa

Kurz nach der Einnahme soll der Polizeibeamte wiederholt gestürzt und orientierungslos gewesen sein. In seinem Blut wurden Beruhigungsmittel, Schmerz- und Schlaftabletten nachgewiesen. Ein tödlicher Mix, befand im ersten Prozess ein Toxikologe, es sei ein Wunder, dass der Mann das überlebt habe. Deswegen könne er die Medikamente nicht alle gleichzeitig eingenommen haben. Das Amtsgericht konnte der Angeklagten jedoch keine vorsätzliche Tötungsabsicht nachweisen.

Auch im Berufungsverfahren beteuerte die Angeklagte, sie habe ihren Mann auf keinen Fall töten, ja ihm noch nicht einmal Schaden zufügen wollen. Es sei ihr nur darum gegangen, ihn eine Zeit lang ruhig zu stellen. Sie sei durch den permanenten SMS-Kontakt, den er auch noch Zuhause mit seiner Freundin geführt hat, genervt gewesen. Ihre Bitte, den Klingelton leiser zu stellen, habe er abgelehnt. Das Ehepaar war durch Auftritte in „Goodbye Deutschland“ (Vox) und „Stern TV“ bekannt geworden. Seit 2018 sind sie geschieden und haben beide neue Lebenspartner.


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