NRW

Glocke geht nach 77 Jahren zurück an Gemeinde in Polen

Brauchtum

Montag, 28. Dezember 2020 - 15:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Münster/Sławięcice. 77 Jahre nach dem Raub durch die Nazis in Polen soll eine Kirchenglocke von Münster zurück nach Sławięcice gebracht werden. Vorausgesetzt, die Corona-Pandemie lässt einen Transport zu. Nach Angaben des Bistums Münster hatte die 400 Kilogramm schwere Glocke jahrzehntelang unbeachtet im Innenhof des Kirchengerichts am Domplatz in Münster gestanden. Die Mitglieder der Kirchengemeinde Heilige Katharina aus Alexandrien machten sich vor zwei Jahren auf die Suche nach der Glocke und wurden fündig.

Die 1555 gegossene Kirchenglocke in Münster. Foto: Ann-Christin Ladermann/Bistum Münster/dpa

Offiziell ist das Werk im Besitz der Bundesrepublik Deutschland. Nachdem das Innenministerium in Berlin jetzt zugestimmt habe, könne die Glocke aus dem Jahr 1555 zurück, hieß es. „Es gibt jetzt einen Dauerleihvertrag zwischen dem Bistum Münster und der Gemeinde in Sławięcice“, erklärt Thomas Flammer, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur im Bischöflichen Generalvikariat in Münster.

Laut Mitteilung hatten die Nazis im Krieg die Glocken wegen ihres Bronzeanteils für die Rüstungsindustrie eingesammelt. 80 000 wurden während des Krieges zu Waffen oder Munition verarbeitet. Einige Glocken überstanden den Krieg auf einem Platz in Hamburg. Anschließend wurden viele dieser Glocken an ihre Gemeinden zurückgegeben. Einige wurden als Patenglocken an westliche Kirchengemeinden ausgeliehen. An das Bistum Münster gingen mehrere Exemplare, drei davon lagern bislang im Innenhof des Gerichts. Sie sollten ursprünglich an das Bistum Aachen weitergereicht werden. Warum die Glocke aus Polen in Münster blieb, ist nach Bistumsangaben nicht mehr zu klären.

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