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NRW

Großer Maskenbedarf: Unternehmen produzieren mit Hochdruck

Gesundheit

Freitag, 17. April 2020 - 09:00 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Wo sollen all die Masken herkommen, die nun alle draußen tragen sollen? Etliche Unternehmen arbeiten mit Hochdruck daran, entsprechende Produkte herzustellen. Ob das reicht?

Eine Desinfektionslösung und Schutzmasken verkauft der Pächter einer Tankstelle. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Da beim Einkauf und im Bus nun jeder eine Maske tragen soll, werden davon ziemlich viele benötigt: Immer mehr Unternehmen haben deshalb ihre Produktion darauf umgestellt, Schutzmasken für Mund und Nase zu nähen. Knapp ein Drittel der Modeunternehmen seien bereits in die Produktion eingestiegen, sagte die Sprecherin des Herstellerverbandes German Fashion, Tanja Croonen. Rechnet man die Stofflieferanten und Vlies-Hersteller dazu, seien es sogar 40 Prozent. „Ich rechne damit, dass sich der Anteil der Unternehmen erhöhen wird.“ Während sich einige Verbraucher bereits selbst einen Mund- und Nasenschutz genäht haben, dürfte es auch abseits von Pflegeheimen oder Krankenhäusern in den nächsten Wochen und Monaten einen großen Bedarf geben.

Die Textilbranche ist naturgemäß bei der Produktion vorne mit dabei. Aber auch Unternehmen, die zuvor ganz andere Dinge produziert haben, stellen auf Masken um. Dazu gehört auch der Bielefelder Auto-Zulieferer DFA, der normalerweise VW, Daimler, BMW oder Audi mit Produkten zur Schalldämmung in Autos beliefert. „Wir wussten, wie groß der Bedarf ist“, erzählt Geschäftsführer Ralf Dopheide. „Es war wichtig, schnell zu sein.“ Das Land NRW hat bei der Bielefelder Firma in der vergangenen Woche rund 29 Millionen Masken für 17 Millionen Euro bestellt, die nun etwa in Pflegeeinrichtungen zum Einsatz kommen sollen. Mittlerweile sei die Bestellung nochmals aufgestockt worden.

Den Mikrovlies, der auch in den regulären Produkten zum Einsatz kommt, nutzt die Firma von Dopheide nun für Masken, die Mund und Nase schützen sollen. Bislang werden diese noch als Bausätze ausgeliefert, das soll sich innerhalb der kommenden Monate jedoch ändern. Auch die bisherige Nasenklammer soll noch weiter ausgetauscht werden. „Wir wissen, dass es weiter Verbesserungspotenzial gibt“, sagt Dopheide, nachdem die Stadt Essen die Masken kritisiert hatte. Man arbeite von Charge zu Charge an einer weiteren Optimierung. Bei den benötigten Materialien war es für die Firma zunächst nicht einfach, alle notwendigen Bestandteile - etwa Gummibänder - zeitnah in ausreichenden Stückzahlen geliefert zu bekommen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte den Auftrag jedoch bereits in der vergangenen Woche als „Tropfen auf den heißen Stein“ bezeichnet. Auch aktuell heißt es vom Land noch, es gebe keine weiteren Aufträge an andere Firmen. Man sei aber mit Unternehmen in Kontakt, die bereit wären, ihre Produktion auszubauen oder umzustellen. Auch weitere Beschaffungsmaßnahmen seien im Gange. Ob diese den Bedarf decken können, bleibt fraglich. Sollte auch in den Schulen eine Empfehlung für das Tragen von Masken ausgesprochen werden, dürfte sich der Bedarf Anfang Mai noch einmal vergrößern.

Dass die Maskenproduktion den ausbleibenden Umsatz bei Modeherstellern kompensieren kann, hält German Fashion-Sprecherin Tanja Croonen für abwegig. Im Gegenteil: Viele Unternehmen müssten investieren, um die Produktion ans Laufen zu kriegen. Auch der Geschäftsführer der Wortmann Gruppe, die normalerweise Lederschuhe produziert und ebenfalls auf Masken umgestellt hat, meint: „Das kann nur eine Übergangslösung sein.“

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