NRW

Groth kritisiert Keller: Bewerbung letztlich „sinnlos“

Fußball

Dienstag, 28. April 2020 - 06:50 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf. Die frühere Präsidentschaftsbewerberin Ute Groth hat DFB-Präsident Fritz Keller für dessen Verhalten in der Corona-Krise kritisiert und sieht auch sonst ein Jahr nach ihrem Vorstoß keine großen Veränderungen im Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Gerade in der aktuellen Phase, in der alle wissen wollen, wie es weitergeht, hält er sich sehr bedeckt. Da hätte man viel deutlicher Stellung beziehen müssen“, sagte Groth im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Ute Groth, Vorsitzende des DJK Tusa 06 Düsseldorf, steht am Fußballplatz des Vereins. Foto: Henning Schoon/dpa/Archivbild

Keller hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach geäußert, unter anderem über die DFB-Internetseite oder einen Gastbeitrag im „Kicker“. „Das Einzige, was ich von ihm gehört habe, war, dass der Fußball wieder rollen muss. Das ist mir zu wenig. Seit Wochen warten alle, alle sind nervös, aber es passiert nichts. Da muss man auch mal klare Kante zeigen“, sagte Groth.

Ihre eigene Bewerbung beurteilt sie rückblickend „zwiespältig. Auf der einen Seite war es schon eine wichtige Aktion“, sagte sie: „Aber am Ende ist es ja doch vorher ausgekungelt worden. Und im Nachhinein hat sich auch eigentlich nichts geändert. Von daher war es irgendwie doch sinnlos.“

Der DFB, beklagte die 1. Vorsitzende der DJK TuSA 06 Düsseldorf, habe sie „komplett ignoriert“. Dies habe vor allem daran gelegen, dass sie nicht dem inneren Zirkel angehört habe - nicht am Geschlecht. „Dass ich eine Frau bin, kam noch dazu“, sagte Groth. Es sei mit der Gleichberechtigung im Fußball „noch nicht weit her“.

Eine erneute Kandidatur plane sie „im Moment noch nicht“, sagte die 61-Jährige: „Aber ausschließen würde ich es auch nicht.“ Verbittert sei sie jedenfalls „gar nicht“.


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