Haftstrafe für Betreiber von Bodybuilder-Drogenlabor

dpa/lnw Mönchengladbach. Im Strafprozess um einen großangelegten Handel mit Dopingmitteln hat das Landgericht Mönchengladbach am Dienstag den mutmaßlichen Drahtzieher zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Richter waren überzeugt, dass der 45-jährige Mönchengladbacher im großen Stil Dopingmittel hergestellt und mit Gewinn in der Bodybuilderszene vertrieben hat. Das Dopinglabor hatte er bei einer Bekannten unter dem Dach in einem Bügelzimmer untergebracht.

Haftstrafe für Betreiber von Bodybuilder-Drogenlabor

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand auf einem Platz. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild

Sein mitangeklagter 56-jähriger Komplize kam als Helfer mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon, muss aber als Auflage 500 Sozialstunden ableisten. Die Richter hielten sein Geständnis für glaubwürdig. Beide Angeklagte waren selbst Bodybuilder.

Dem Hauptangeklagten nahm das Gericht nicht ab, dass er erst im Frühjahr 2018 mit dem Handeln angefangen habe. „Die ersten Mittel haben sie bereits im Dezember 2017 in China bestellt“, hielt ihm das Gericht vor. Auch dass er mit den Dopingmitteln nur 5000 bis 6000 Euro erwirtschaftet haben will, hielt das Gericht für nicht glaubwürdig.

Der Mann hatte die Grundstoffe und fertigen Dopingmittel kiloweise in China bestellt und per Paket an fünf mitangeklagte Bekannte liefern lassen. Sie wurden bereits zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt oder die Verfahren wurden vorläufig gegen eine Geldauflage eingestellt. Der Zoll hatte das Drogenlabor Mitte August 2019 enttarnt.

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