NRW

Hilfsprogramm für Alleinerziehende gefordert

Soziales

Mittwoch, 8. Januar 2020 - 11:18 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Alleinerziehende Mütter und Väter werden oft zerrieben zwischen Job und Kinderbetreuung. Und sie haben ein sehr hohes Armutsrisiko. Jetzt werden Rufe nach umfassender Hilfe laut.

Eine Mutter und ihre beiden Töchter gehen einen Feldweg entlang. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Archivbild

Verbände, Forscher und Politiker fordern ein systematisches soziales und finanzielles Hilfsprogramm für alleinerziehende Mütter und Väter. Die bisherigen staatlichen Leistungen für Kinder sollten gebündelt, Betreuung auch in Randzeiten ermöglicht und Ganztagsschulen und -kitas ausgebaut werden. Das sind einige der Empfehlungen von Experten für eine am Donnerstag auf Antrag der SPD im NRW-Landtag angesetzte Anhörung zur Lage Alleinerziehender.

Neben steuerlicher Entlastung könnten auch Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen sowie gebündelte Auszahlungstermine für Kinder-, Wohn- und Ausbildungsgeld das Leben alleinerziehender Familien erleichtern, schlägt etwa der Verband allein erziehender Mütter und Väter (VAMV NRW) vor.

Die Bertelsmann Stiftung fordert, den „Dschungel an familien- und sozialpolitischen Maßnahmen“ für Alleinerziehende abzuschaffen. Stattdessen solle ein Teilhabegeld eingeführt werden, das in Richtung der von der SPD geforderten Kindergrundsicherung gehe. Dieses solle alle bisherigen Einzelleistungen vom Kindergeld bis zu Hartz IV-Regelungen ersetzen

Erst kürzlich hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf das besondere Armutsrisiko Alleinerziehender hingewiesen. So seien 2017 fast die Hälfte (48 Prozent) der Alleinerziehenden in Nordrhein-Westfalen von Armut bedroht gewesen. Teilzeit, Minijobs, Zeitarbeit oder Befristungen machten es schwer, eine Familie finanziell zu versorgen.

In NRW war laut Statistischem Bundesamt 2018 fast jede fünfte Familie (18 Prozent) eine Ein-Eltern-Familie. Mit fast 90 Prozent seien die meisten Alleinerziehenden Mütter. 461 000 Kinder unter 18 Jahren wuchsen demnach 2018 in NRW in alleinerziehenden Familien auf.


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