NRW

Illegale Zigarettenfabrik: Zweieinhalb Jahre Haft

Prozesse

Mittwoch, 5. Mai 2021 - 15:57 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Nach dem Auffliegen einer der größten jemals in Deutschland entdeckten illegalen Zigarettenfabriken sind zwölf Männer zu je zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. „Sie sind Bestandteil eines hochkriminellen Unternehmens gewesen, das durchaus der Organisierten Kriminalität zugerechnet werden kann“, sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Kleve am Mittwoch.

Rechtsanwalt Jörg Rehmsmeier (l) sitzt im Landgericht neben einem der Angeklagten (r). Foto: Frank Christiansen/dpa/archivbild

Die Männer seien für Steuerschäden in Millionenhöhe verantwortlich. Insgesamt liege der Steuerschaden durch illegale Zigaretten in Europa in Milliardenhöhe und sei ein großes Problem.

Bei Produktionskosten von unter einem Euro pro Packung seien die Gewinnspannen mit denen des Drogenhandels gleichzusetzen, so der Richter. Leider seien die Hintermänner und Schmuggelwege im Dunkeln geblieben. Zehn Millionen Zigaretten waren in der illegalen Fabrik in Kranenburg an der deutsch-niederländischen Grenze sichergestellt worden.

Nach Angaben von Zollfahndern hatte die in Kranenburg entdeckte Anlage zehn Millionen Zigaretten pro Woche produziert. Die zwölf Männer im Alter von 28 bis 60 Jahren standen seit Februar vor Gericht. Verurteilt wurden sie wegen Steuerhinterziehung, Steuerhehlerei und Verstoß gegen das Markengesetz oder wegen Beihilfe dazu.

Das Gericht war für das Verfahren in den Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts ausgewichen.

© dpa-infocom, dpa:210505-99-479258/3

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