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JU gegen „Berliner Blase“: Laschet vermisst CDU-„Denkmotor“

Parteien

Samstag, 16. Oktober 2021 - 12:35 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Münster. Der scheidende CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet hat eine Neuaufstellung der Parteizentrale angemahnt. Das Konrad-Adenauer-Haus müsse wieder „zum Denkmotor der Partei werden“, sagte der Unionskanzlerkandidat am Samstag beim Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Münster. „Wir müssen wieder selbstständig Dinge erdenken. Dazu muss das Konrad-Adenauer-Haus neu aufgestellt werden.“

Armin Laschet geht beim Deutschlandtag der Jungen Union vom Rednerpult weg. Foto: Marcel Kusch/dpa

In einer Aussprache zum Bundestagswahldebakel hatte zuvor ein JU-Delegierter aus Schleswig-Holstein eine von der Öffentlichkeit entkoppelte „Berliner Blase“ für das schlechte Abschneiden mitverantwortlich gemacht. Am schlimmsten sei dabei die Rolle des selbstgefälligen Konrad-Adenauer-Hauses gewesen, das „zur Jobzentrale für ausgetauschte JU-ler und CDU-ler verkommen“ sei, kritisierte der Delegierte. Laschet erwiderte: „Die Kritik am Konrad-Adenauer-Haus nehme ich mit. Ich würde die Beschreibung so nicht ganz teilen.“ Richtig sei, dass der nächste Bundesvorsitzende direkt einen Grundsatzprogramm-Prozess starten müsse.

In der Aussprache äußerten viele JU-Delegierte schonungslose Kritik am misslungenen Wahlkampf - etwa: „alles viel zu wenig und viel zu spät“ - und am offenen Machtkampf zwischen CDU und CSU, zollten Laschet aber auch Respekt, dass er sich der Aufarbeitung in Münster persönlich gestellt und Fehler eingeräumt habe.

Ein Berliner JU-Wahlkämpfer warf Laschet vor: „Sie haben uns auf einen Kuschel-Wahlkampf eingestellt. Nur leider hat der politische Gegner nicht mitgekuschelt.“ Stattdessen hätten die Wettbewerber hart gegen die Union und gegen Laschet persönlich polarisiert. „Wir haben nicht den Kampfanzug angezogen, sondern Zuneigung von Leuten gesucht, die nie vorhatten, uns zu wählen.“

© dpa-infocom, dpa:211016-99-618003/2

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