NRW

Junge stirbt an Darmverschluss: Urteil gegen Eltern

Kriminalität

Sonntag, 28. April 2019 - 10:32 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Aachen. Ein Fünfjähriger leidet tagelang unter Verstopfung und stirbt daran. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern vor, dass sie mit dem Kind nicht zum Arzt gegangen sind. Am Dienstag soll das Urteil fallen.

Eine Statue der Justizia. Foto: Peter Steffen/Archiv

Ein fünfjähriger Junge soll gestorben sein, weil seine Eltern ihn nicht zum Arzt gebracht haben - im Prozess gegen die 34 und 35 Jahre alten Eltern wird an diesem Dienstag das Urteil vor dem Landgericht Aachen erwartet. Sie sind der Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen angeklagt.

Das Kind hatte laut Anklage seit längerem Magen-Darm-Probleme und war damit auch in ärztlicher Behandlung. Anfang November 2017 bekam der Junge demnach akute Schmerzen und muss nach Angaben eines Rechtsmediziners im Prozess am Ende unglaubliche Schmerzen gehabt haben. Der kleine Nico hatte demnach einen Kotstein im Darm, der zu einem Harnstau geführt hatte. Ein Polizist schilderte seinen Eindruck von dem toten Jungen als schmächtig, unterernährt und verwahrlost.

Gegenüber der Polizei hatte die Mutter ausgesagt, dass Nico sich am Morgen seines Todestages unwohl gefühlt habe und deshalb nicht zum Kindergarten gegangen sei. Beim Fernsehgucken auf der Couch sei der Junge am Abend sehr ruhig geworden. Nachdem sie auf der Toilette war, habe er nicht mehr geatmet. Bei der Obduktion wurden Spuren eines Schmerzmedikaments für Erwachsene bei dem Jungen gefunden, außerdem von einem Medikament der älteren Schwester. Nach einer Zeugenaussage sollen am Dienstag die Plädoyers gehalten werden. Danach wird das Urteil erwartet.


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