NRW

Kardinal Woelki begrüßt Untersuchung: „Gut und richtig“

Kirche

Freitag, 28. Mai 2021 - 20:54 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die Anordnung einer päpstlichen Visitation im Erzbistum Köln im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal begrüßt. In einer vom Erzbistum am Freitagabend veröffentlichten Videobotschaft sagte er: „Es ist gut und richtig für die Aufarbeitung und die Folgen, dass es jetzt mit der Visitation auch einen Blick von außen auf unser Bistum gibt.“ Der Blick von außen könne wertvolle Hinweise geben, was bei der Aufarbeitung schiefgelaufen sei und was noch zu tun sei.

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Er habe sich nicht vorstellen können, welche immensen Auswirkungen die Aufarbeitung von Schuld nach sich ziehe. „Wer redet im Moment noch über Täter, wer über die Betroffenen, wer redet über Strukturen und Prozesse, die verändert werden müssen, wer redet über Glauben und Mission und noch vieles mehr.“ Deshalb sei es zielführend, „dass Kardinal Arborelius sowie Bischof van den Hende die nächste Zeit hier im Erzbistum verbringen und sich alles genau anschauen und Gespräche führen“.

Woelki betonte, dass es ihm weiterhin am Herzen liege, „mit den Menschen hier im Erzbistum stärker in den Dialog zu kommen“. „Das ist zurzeit nicht ganz so einfach, weil wir wie überall in der Gesellschaft eine starke Tendenz zu Polarisierung haben. Dieses Gift der Polarisierung, dieses ausschließende „Du oder ich“ müssen wir als Christen überwinden.“ Woelki beendete sein knapp zwei Minuten dauerndes Statement mit den Worten: „Ihr Rainer Woelki, Erzbischof von Köln“.

Am Freitag war bekannt geworden, dass Papst Franziskus eine Überprüfung des Bistums angeordnet hat. Er entsendet eine sogenannte Apostolische Visitation in das größte deutsche Bistum, das sich seit Monaten in einer schweren Krise befindet. Mit der Überprüfung hat der Papst zwei Bischöfe beauftragt und sie zu Apostolischen Visitatoren ernannt: Kardinal Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, und Johannes van den Hende, Bischof von Rotterdam und Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz. Sie sind mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet.

Die Visitatoren sollen unter anderem „eventuelle Fehler“ Woelkis im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs untersuchen. Im Fokus stehen aber auch der Hamburger Erzbischof Stefan Heße - ehemals Personalchef in Köln - sowie die beiden beurlaubten Kölner Weihbischöfe Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff.

© dpa-infocom, dpa:210528-99-781890/2

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