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Katholische Arbeitnehmer: Woelki bringt „Unheil“ über Kirche

Kirche

Dienstag, 2. Februar 2021 - 07:43 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) hat Kardinal Rainer Maria Woelki scharf kritisiert. Der von Woelki angerichtete Schaden für die katholische Kirche breite sich „wie ein Krebsgeschwür“ immer weiter aus, sagte der KAB-Bundespräses Stefan Eirich der Deutschen Presse-Agentur. Der Schaden sei so groß, dass er jetzt schon kaum wiedergutzumachen sei. Die Bundesleitung der KAB appellierte in einer Stellungnahme an Woelki: „Veröffentlichen Sie umgehend die vorliegende Studie. Nur so können Sie weiteres Unheil von der Kirche in Deutschland abwenden!“ Eirich sagte, er habe „großes Verständnis für die Rücktrittsforderungen“ an Woelki.

Ein Jesuskreuz. Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Woelki hält seit Monaten ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Verantwortungsträgern des Erzbistums Köln mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs zurück. Er führt dafür rechtliche Bedenken an. Bekannt geworden ist bereits, dass der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, früher Personalchef in Köln, in dem Gutachten kritisch beurteilt wird. Er bestreitet die Vorwürfe.

Es schmerze, mit anzusehen, wie sich die Kirche vor den Augen einer zunehmend angewiderten Öffentlichkeit förmlich selbst zerlege, sagte Eirich. Von den Katholiken, die sich in der KAB engagierten, erhalte er immer öfter die Nachricht: „Wir stehen lächerlich da mit unserer Arbeit in der Öffentlichkeit.“ Eirich sagte: „Wenn wir uns zu sozialethischen Fragestellungen äußern, heißt es sofort: „Ihr seid doch katholisch, kehrt doch mal vor eurer eigenen Haustür.“

Insgesamt entstehe das Bild, dass die katholische Kirche mitten in der Corona-Pandemie mit sich selbst beschäftigt ist. Das sei verheerend. Die KAB ist ein Sozialverband, in dem etwa 80 000 Mitglieder bundesweit organisiert sind.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-263951/2


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