NRW

Katholische Schule entlässt homosexuellen Lehrer

Schulen

Mittwoch, 26. September 2018 - 15:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Borken. Der Umgang mit einem homosexuellen Lehramtsanwärter an einer katholischen Privatschule im Münsterland sorgt für Wirbel. Der Mann hatte am Gymnasium Mariengarden in Borken sein Referendariat erfolgreich abgeschlossen. Im Anschluss sollte er dort als Lehrer angestellt werden. Als er später dem Schulleiter berichtete, homosexuell zu sein und seinen Partner heiraten zu wollen, sei das Vertragsangebot zurückgezogen worden. Das sagte der Sprecher des katholischen Oblaten-Ordens, Christoph Heinemann, am Mittwoch auf Anfrage. Der Orden ist Schulträger. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

„Der Heiratsplan widerspricht der kirchlichen Auffassung von Ehe und Familie“, sagte Heinemann. Dabei sei den Beteiligten die Entscheidung nicht leichtgefallen. „Dass das bei vielen auf Unverständnis stößt, ist uns klar. Aber wir müssen hier eine einheitliche Linie fahren“, sagte Heinemann. Der Lehrer könne mit seiner fachlichen Qualifikation auch anderswo eine Anstellung finden.

In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen Schulleitung, Schulträger, Elternschaft, Kollegium und Schülervertreter, dass man sich weiterhin als offene Schule verstehe. „Viele Schüler, Lehrer, auch Eltern sind betroffen, irritiert oder empört“, heißt es dort weiter. Mit einer Protestaktion in der großen Pause wollen Schüler nach Angaben der Schulleitung daher am Donnerstag ein Zeichen für Toleranz setzen.

Der Schulträger begrüßte das Engagement: „Wir treten dafür ein, dass junge Menschen ihre Meinung sagen und sich auch engagieren für andere“, sagte Heinemann. Es sei wichtig in solch einer Situation ins Gespräch zu kommen.


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