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NRW

Kein Homeoffice für Häftlinge: JVA-Betriebe laufen weiter

Krankheiten

Freitag, 27. März 2020 - 07:09 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Tausende Häftlinge in NRW arbeiten in Gefängnisbetrieben. Durch Corona hat sich für die allermeisten daran erstmal nichts geändert. Ist ein Betrieb wegen des Virus geschlossen, haben die Gefangenen jetzt sogar Anrecht auf eine Entschädigung.

Ein Häftling arbeitet in der Schlosserei der Justizvollzugsanstalt in Willich. Foto: picture alliance / dpa / Archivbild

Während in NRW Hunderttausende Menschen wegen der Corona-Krise im Homeoffice arbeiten und viele Firmen geschlossen sind, läuft die Arbeit in den meisten Gefängnis-Betrieben laut Justizministerium weiter. Kein Wunder: Viele der Betriebe sind unter anderem für die tägliche Versorgung notwendig - darunter Bäckereien, die auch andere Gefängnisse beliefern, Wäschereien und Küchen, in denen Gefangenenkost zubereitet wird.

„Auch in Werkbetrieben wie Schlossereien, Schreinereien oder auch in der Arbeitstherapie geht das Leben - wie in der Privatwirtschaft auch - weiter“, so ein Ministeriumssprecher. „Dies ist für die Gefangenen auch wichtig, da sie hier Verdienstmöglichkeiten haben, von denen sie Geld ansparen können“ - für die Zeit nach der Entlassung oder als sogenanntes Hausgeld für Besorgungen in der Haft. Im offenen Vollzug gehen die Gefangenen laut Ministerium ebenso ihren Jobs weiter nach, so weit möglich.

In Bezug auf die Arbeit hinter Gittern stellt das Ministerium klar: „Selbstverständlich gilt für alle Gefangenen in dieser Zeit die Einhaltung der Hygienevorschriften und die Einhaltung der Regelung zur Distanzwahrung, egal wo sie sich in der Anstalt aufhalten.“

Wenn Häftlinge nicht mehr arbeiten können, weil ihr Betrieb doch geschlossen worden ist und sie keine bezahlten freien Tage mehr haben, können sie laut einem neuen Erlass des Justizministeriums eine Billigkeitsentschädigung beantragen - die Hälfte ihres Verdienstes. Strafgefangene verdienen regulär zwischen 10,32 und 17,20 Euro pro Tag. Untersuchungshäftlinge weniger, Sicherungsverwahrte mehr - bis zu 30,58 Euro am Tag.

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