NRW

Kinderporno-Ermittlungen um Therapeut: „Fehler“ bei Polizei

Kriminalität

Donnerstag, 4. April 2019 - 15:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. In den Ermittlungen um einen Heilpraktiker und Physiotherapeuten aus Bad Oeynhausen, der in seiner Praxis kinderpornografische Fotos gemacht haben soll, hat es laut Innenminister Herbert Reul (CDU) einen „klaren Fehler“ der Polizei gegeben. Laut dem Manuskript für einen mündlichen Bericht Reuls im Innenausschuss hätte der Fall „höher priorisiert“ werden müssen, da der Verdächtige als Kinder- und Jugendtherapeut „freien Zugang zu Kindern und Jugendlichen“ gehabt habe.

Der Fall lag laut Reul seit November 2017 bei der Kripo Minden-Lübbecke. Erst am 8. März diesen Jahres sei es zu einer Durchsuchung gekommen, seit dem 29. März sitze der Mann in Untersuchungshaft. Die „BILD-Zeitung“ hatte online zuerst über die Verzögerung berichtet.

Laut Reul gebe es bisher eine „mittlere einstellige Zahl von Opfern“. Es sei „aber nicht auszuschließen, dass es noch weitere Opfer gibt, möglicherweise sogar viele“, so der Minister weiter. Mit dem Fall seien jetzt 80 Ermittler beschäftigt.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte am Donnerstagvormittag mitgeteilt, dass der 60 Jahre alte Physiotherapeut und Heilpraktiker in seiner Praxis bei Behandlungen mehrfach pornografische Fotos von zwei Kindern gemacht haben soll. Auch soll er zahlreiche kinder- und jugendpornografische Bilder besessen haben.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.