Kindesmissbrauch: Polizei und Staatsanwaltschaft informieren

dpa Münster. Ein neuer Komplex von Kindesmissbrauch zeichnet sich ab. In mehreren Bundesländern waren am Freitag Polizisten unterwegs. Am Samstag informieren Polizei und Staatsanwaltschaft in Münster über die Hintergründe.

Kindesmissbrauch: Polizei und Staatsanwaltschaft informieren

Blick auf ein Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Nach neuen Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs in mehreren Bundesländern informieren die Behörden heute in Münster über Ausmaß und Hintergründe des Falls. Am Freitag war bekannt geworden, dass es in Brandenburg, Niedersachsen und Hessen Festnahmen mehrerer Tatverdächtiger und Durchsuchungen gegeben hatte. Ausgangspunkt waren Ermittlungsverfahren in Nordrhein-Westfalen.

Die Polizei in Frankfurt (Oder) hatte am Freitagmorgen Durchsuchungen im brandenburgischen Finowfurt in einem Wohnhaus und einem Kleingarten bestätigt. Dabei sei es um Kinderpornografie gegangen. Ein Mann wurde nach Angaben der Polizei festgenommen. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wollte eine Sprecherin der Polizei in Münster keine weiteren Details oder Verbindungen nach NRW nennen. Auch bei der Frage nach dem Ausmaß des Falles verwies die Sprecherin auf die angekündigte Pressekonferenz.

Nordrhein-Westfalen war seit Anfang 2019 wegen mehrerer Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern in die Schlagzeilen geraten. Auf einem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe hatten mehrere Männer Kinder hundertfach über Jahre schwer sexuell missbraucht. Ermittlungen zu einem bundesweiten Kinderpornografie-Tauschring hatten im Oktober 2019 in Bergisch Gladbach bei Köln begonnen und erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte nach dem Fall Lügde das Thema Kindesmissbrauch zur Chefsache erklärt und die Arbeit der Ermittlungsbehörden in diesem Bereich verstärkt.