Kirchenrechtler Schüller kritisiert Kölner Gutachten

dpa Köln. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hat das am Donnerstag vorgestellte Gutachten zum Umgang von Verantwortlichen des Erzbistums Köln mit Missbrauchsvorwürfen kritisiert. Es sei zwar gut, dass einige Verantwortliche, die Pflichtverletzungen begangen hätten, in der Untersuchung identifiziert würden. Doch gleichzeitig gelte: „In weiten Teilen wirken die Ausführungen eher wie eine Verteidigungsrede, weil mit nicht überzeugender Rechtsunkenntnis operiert wird und somit Vertuscher exkulpiert werden“, sagte Schüller der Deutschen Presse-Agentur.

Kirchenrechtler Schüller kritisiert Kölner Gutachten

Thomas Schüller, Theologe und Kirchenrechtler. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Die Unübersichtlichkeit der kirchlichen Strukturen sei keine Entschuldigung für Fehlverhalten, so Schüller. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp müssten jetzt „zwingend ihren Rücktritt dem Papst anbieten“. Das gleiche gelte für den Kölner Offizial Günter Assenmacher, dem Rechtsbeugung nachgewiesen worden sei.

Schwaderlapp und Assenmacher waren unmittelbar nach der Vorstellung des Gutachtens bereits von Kardinal Rainer Maria Woelki vorläufig von ihren Amtspflichten entbunden worden. Das unabhängige Gutachten hatte untersucht, wie Verantwortliche des Bistums von 1975 bis 2018 mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester umgegangen waren.

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