Klärwerke warnen vor Klopapier-Alternativen

dpa/lnw Düsseldorf. Zwar ist Toilettenpapier derzeit häufig vergriffen. Alternativen können jedoch zu Problemen führen, wenn sie in die Klärwerke gelangen.

Feuchttücher und andere Klopapier-Alternativen könnten in den nächsten Wochen für Verstopfungen bei Klärwerken in NRW sorgen. „Auch wenn das Papier in Krisenzeiten fehlt: Feuchttücher gehören nicht ins Klo!“, mahnten etwa die Stadtentwässerungsbetriebe Köln. Klopapier-Alternativen wiesen „die Eigenschaft auf, dass sie sich nicht auflösen - auch wenn in der Werbung teilweise anderes versprochen wird“, betonte der Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf. Was zu Hause wie ein guter Ersatz wirke, könne sich Tage später im Klärwerk als massiver Zopf stauen, der oft händisch herausgezogen werden müsse, hieß es von den Klärwerken.

Zwar ist Toilettenpapier derzeit nach Hamstereinkäufen im Zuge der Corona-Krise in den Geschäften häufig vergriffen. Feuchttücher, feuchtes Klopapier, Taschentücher oder Küchenpapier könnten aber zu Problemen führen, warnte auch Ilias Abawi, Sprecher des Emschergenossenschaft und Lippeverbands. „So richtig kann man sich darauf nicht vorbereiten, aber es bedeutet, dass man die Motoren und Pumpen häufiger kontrollieren muss“, sagte Abawi der Deutschen Presse-Agentur.

Falls auf der Verpackung stehe, dass das feuchte Klopapier heruntergespült werden könne, sollte es dennoch nicht gemacht werden, so Abawi. „Das kann manchmal wasserlöslich sein, aber die Praxis zeigt, dass das nicht immer so ist“, sagte er. Solche Tücher gehörten in den Hausmüll.

Ein anderes aktuelles Problem seien Medikamentenreste im Abwasser, weil sie nicht gut genug herausgefiltert werden können. „Wenn die Menschen aus Angst prophylaktisch Medikamente einnehmen oder aber Medikamente wie Ibuprofen über die Toilette entsorgen, landet auch mehr davon im Wasser“, sagt Abawi. Die Leidtragenden seien die Tiere in den Gewässern.