Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
NRW

Klagen gegen Atomkraftwerk: 2018 wohl erste Verhandlung

Atom

Samstag, 16. Dezember 2017 - 10:32 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Aachen. Seit rund einem Jahr ist das umstrittene Kernkraftwerk Tihange in Belgien ein Fall für die Gerichte. Die Städteregion Aachen schaut gespannt aufs nächste Jahr.

Dampf steigt aus dem Atomkraftwerk Tihange. Foto: Oliver Berg/Archiv

Im Rechtsstreit gegen das umstrittene belgische Atomkraftwerk Tihange könnte 2018 ein entscheidendes Jahr werden. Das Gericht Erster Instanz in Brüssel will am 23. November über die sogenannte Betroffenheits-Klage der Städteregion Aachen und 13 weiterer Kläger zum ersten Mal mündlich verhandeln, wie der Gemeindeverbund mit zehn Kommunen mitteilte.

Anzeige

Die Kläger fordern die Stilllegung von Tihange 2 und begründen das mit der persönlichen Betroffenheit im Falle eines schweren Atomunfalls. Die Städteregion hatte vor rund einem Jahr zwei Klagen gegen den Reaktorblock 2 eingereicht, dessen Sicherheit wegen Tausender kleiner Risse umstritten ist.

In einem weiteren Verfahren erwartet die Städteregion, dass das Oberste belgische Verwaltungsgericht 2018 zu einer ersten maßgeblichen Einschätzung kommt. Diese Klage der Städteregion richtet sich gegen das Wiederhochfahren von Tihange 2 im Dezember 2015. Der Reaktorblock Tihange 2 war im März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet worden, ging aber trotz Haarrissen im Dezember 2015 wieder ans Netz. Seine Laufzeit ist verlängert bis 2023.

Die Städteregion geht davon aus, dass es für das Wiederhochfahren keine Genehmigung gab. „Bis dato wurde uns noch kein Schriftsatz vorgelegt, der das Gegenteil beweist“, teilte ein Sprecher der Städteregion mit. Ob und wann es zu einer öffentlichen Verhandlung komme, stehe noch nicht fest.

Deutsche Experten sind nicht überzeugt, dass der Meiler 2 angesichts der vielen kleinen Risse bei Störfällen sicher ist. Die belgischen Atomaufsichtsbehörde AFCN hatte eine Bitte der Bundesregierung abgelehnt, Tihange 2 und auch Doel 3 bei Antwerpen mit dem gleichen Problem bis zur Klärung offener Sicherheitsfragen herunterzufahren.

Ihr Kommentar zum Thema

Klagen gegen Atomkraftwerk: 2018 wohl erste Verhandlung

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha

Anzeige
Anzeige