NRW

Klare Kante gegen Rechts: Rosenmontag nach Hanau

Brauchtum

Montag, 24. Februar 2020 - 09:10 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf. In Köln weint der Dom, Düsseldorf zeigt den Rassismus als tödliche Waffe: Die Karnevalshochburgen beziehen bei den Rosenmontagszügen deutlich Position gegen Rechtsextremismus. Bis zur letzten Minute hatten die Wagenbauer an den politischen Mottowagen gearbeitet.

Der Motivwagen „Uns Hätz schleiht för Hanau“ steht auf der Straße vor dem Rosenmontagszug. Foto: Oliver Berg/dpa

„Uns Hätz schleiht för Hanau“ - unser Herz schlägt für Hanau, steht auf dem Kölner Mottowagen. Die Wagenbauer haben ihren Dom auf einem Motivwagen mit hängenden Turmspitzen und Tränen im Auge dargestellt. Der Wagen werde weit vorne im Zug fahren, sagte eine Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval am Montagmorgen.

Die Düsseldorfer Wagenbauer stellen den Rassismus als Pistole dar, die aus dem Mund eines Mannes mit hochrotem Kopf ragt. Auf seiner Wange steht: „Aus Worten werden Taten!“ An der Seite stellen die Jecken um Wagenbauer Jacques Tilly den Kontext zu rechtsextremen Taten her: „NSU, W. Lübcke, Halle, Hanau“.

In weiteren Mottowagen stellten die Düsseldorfer den Machtkampf in der CDU als Sackhüpfen zwischen Jens Spahn, Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen dar. Bei der SPD schwenken die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans ganz in schwarz-weis ihre Fähnchen - Motto: „Wir bringen wieder Farbe in die SPD.“ Im braunen Sumpf in Thüringen heben FDP und CDU den rechten Arm von Björn Höcke zum Hitlergruß. Dem grimmigen Coronavirus zeigt ein fröhlicher „Carnevals-Virus“ eine lange Nase.

Die Kölner Motivwagen zeigen die Abgeordneten im britische Unterhaus als Skelette in einer Brexit-Debatte oder US-Präsident Donald Trump als Filmfigur Joker.


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