NRW

Klimafolgen in NRW Richtschnur für Planungsvorhaben

Kabinett

Dienstag, 9. März 2021 - 17:06 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen sollen künftig bei allen politischen Entscheidungen und Planungsvorhaben zu einem „Klima-Anpassungscheck“ verpflichtet werden. Ein am Dienstag vom NRW-Kabinett verabschiedeter Gesetzentwurf sieht vor, dass die Auswirkungen des Klimawandels von der öffentlichen Verwaltung zwingend mitberücksichtigt werden müssen. NRW bringe damit das bundesweit erste eigenständige Klima-Anpassungsgesetz auf den Weg, sagte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) in Düsseldorf.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Foto: Marius Becker/dpa-Pool/Archivbild

Der Entwurf muss aber - ebenso wie das gleichzeitig vom Kabinett gebilligte Klimaschutzgesetz - noch vom Landtag verabschiedet werden. NRW will sich damit verpflichten, bis 2050 in allen Bereichen treibhausgasneutral zu wirtschaften. Das bedeutet, dass nicht mehr C02 ausgestoßen werden darf, als die Umwelt vollständig kompensieren kann. Das Gesetz soll nach den anstehenden Beratungen im Landesparlament vor der Sommerpause in Kraft treten.

Im derzeit noch geltenden Klimaschutzgesetz von 2013 hatte die rot-grüne Vorgängerregierung das Ziel formuliert, bis 2050 eine Minderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 80 Prozent im Vergleich zu 1990 anzustreben. Als Zwischenschritt wird nun eine Minderung um 55 Prozent bis 2030 angepeilt.

Nach der Anhörung Sachverständiger habe die Landesregierung eine sozialverträgliche Minderung der Treibhausgasemissionen in den Gesetzentwurf aufgenommen, um die Bevölkerung mitzunehmen, sagte Energieminister Andreas Pinkwart (FDP). Außerdem werde die Wirksamkeit und Effizienz des Gesetzes fortlaufend systematisch überprüft.

Auch in NRW sei der Klimawandel längst spürbar, erläuterte Heinen-Esser den Hintergrund der Gesetzesinitiativen. Die mittlere Jahrestemperatur sei in NRW im 30-Jahre-Vergleich um 1,6 Grad angestiegen. Inzwischen gebe es in NRW zwölf Sommertage mit über 25 Grad Celsius mehr als vor 100 Jahren sowie vier zusätzliche Hitzetage über 30 Grad. Gleichzeitig sei das Grundwasser fast ein Grad wärmer als vor 30 Jahren. Schon heute seien 6,9 Millionen Menschen in NRW vor allem in überhitzten Städten besonders von der Entwicklung betroffen - bis 2050 könnten es nach Prognosen des Landesumweltamts schon elf Millionen sein.

© dpa-infocom, dpa:210309-99-753246/2

Ihr Kommentar zum Thema

Klimafolgen in NRW Richtschnur für Planungsvorhaben

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha