Kölner Oberbürgermeisterin verteidigt vorgezogene Impfungen

dpa Köln. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat vorgezogene Impfungen durch mobile Impfteams in sozialen Brennpunkten verteidigt. „Wir hebeln die Impfreihenfolge eben nicht aus“, sagte Reker am Montag bei Phoenix. „Es ist uns gelungen, für diese Menschen in den Sozialräumen eine Priorisierung auf die Gruppe drei vorzuziehen, und die Gruppe drei ist jetzt dran. Da wir mit gesondertem Impfstoff impfen, entgeht hier niemandem eine Impfung, die er sonst bekommen hätte.“

Kölner Oberbürgermeisterin verteidigt vorgezogene Impfungen

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Foto: Federico Gambarini/dpa

Eine Stigmatisierung der betreffenden Bevölkerungsgruppe durch die Maßnahme könne sie auch nicht erkennen. „Durch ein zusätzliches Angebot kann man niemanden stigmatisieren“, sagte Reker.

Wegen der vielen Corona-Neuinfektionen in einigen Stadtteilen sollen in Köln am Montag erstmals spezielle Impfteams in die sozialen Brennpunkte gehen. Die mobilen Teams sollen nach und nach unter anderem in den Hochhaussiedlungen von Chorweiler und dem Kölnberg Impfungen anbieten.

Um die Menschen dort zu erreichen, seien muttersprachliche Unterstützung, Aufklärungsarbeit und eine enge Zusammenarbeit mit Sozialraumkoordinatoren und Hausärzten erforderlich, hatte Reker bereits am Wochenende gesagt.

Das Land hat für das Pilotprojekt zunächst 1000 Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson zur Verfügung gestellt. Der Impfstoff hat den Vorteil, dass eine einzige Spritze ausreicht und nicht nach mehreren Wochen eine zweite Dosis nötig ist. Die Stadt Köln hofft allerdings auf noch deutlich mehr Impfdosen für das Projekt.

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