Kommission soll Lehren aus Tod eines Häftlings ziehen

dpa/lnw Düsseldorf. Nach dem Feuertod eines zu Unrecht Inhaftierten soll in Nordrhein-Westfalen eine Experten-Kommission zur Vermeidung ähnlicher Tragödien eingesetzt werden. Das kündigte Justizminister Peter Biesenbach am Mittwoch im Rechtsausschuss des Düsseldorfer Landtags an. Die Kommission werde mit namhaften Persönlichkeiten besetzt, sagte der CDU-Politiker. SPD und Grüne seien eingeladen, sich zu beteiligen.

Der 26-jährige Syrer war am 29. September - zwei Wochen nach dem Feuer in seiner Gefängniszelle in Kleve - in einer Klinik gestorben. Er hatte bei dem Brand schwerste Verbrennungen erlitten. Wegen einer Verwechslung mit einem namensgleichen Dieb saß er mehr als zwei Monate zu Unrecht im Gefängnis.

Laut Bericht eines externen Sachverständigen hatte der Mann den Zellenbrand selbst gelegt - „vermutlich mit suizidaler Absicht“, heißt es in einem über 60-seitigen Bericht des Justizministeriums, der im Rechtsausschuss erörtert wurde. Das Motiv bleibe im Dunkeln, sagte Biesenbach.