NRW

Kompromiss im Wisent-Streit: Gebiet soll begrenzt werden

Tiere

Mittwoch, 27. März 2019 - 17:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Siegen. Im seit Jahren andauernden Streit um ausgewilderte Wisente im Rothaargebirge haben sich Waldbauern, Artenschützer und Politik auf einen Kompromiss verständigt. Mit einem durchlässigen Wildzaun soll die Herde künftig auf einem abgegrenzten Projektgebiet im Staatswald gehalten werden, sagte der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Andreas Müller (SPD). Der Zaun soll nur die riesigen Wisente stoppen, kleinere Wildtiere und Wanderer sollen hindurch gehen können.

Mehrere Wisente. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Unter Vorsitz des Landrats haben sich die Streitparteien bei einem Treffen am Mittwoch in Siegen gemeinsam mit Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) auf diese Übergangslösung für die nächsten Jahre verständigt. Zusätzlich sollen die auf der Suche nach Futter umherstreifenden Tiere durch Fütterungen in das 1500 Hektar große Gebiet gelenkt werden, hieß es in einer Mitteilung.

Seit Jahren versuchen Waldbauern das Artenschutzprojekt gerichtlich zu stoppen. 2013 waren die ersten acht der mächtigen Wildtiere im Rothaargebirge ausgesetzt worden. Schnell gab es Nachwuchs, und die Herde wechselte auch in benachbarte Wälder des Sauerlandes. Dort richteten die Tiere Schäden in den Buchenwäldern an - zum Frust der Waldbesitzer.

Die nun geplanten Maßnahmen sollen noch 2019 umgesetzt werden. Allerdings nur übergangsweise: Ein unabhängiges Gutachten soll die Grundlage bilden, um in drei bis fünf Jahren über die Zukunft des Projektes zu entscheiden.


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