NRW

Kontaktverbote: Städte loben disziplinierte Bevölkerung

Gesundheit

Montag, 13. April 2020 - 15:49 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Aachen. Ostern, blauer Himmel, viel Sonne, also Traumwetter - und Kontaktverbot. Wie sind die Menschen in Nordrhein-Westfalen mit den Vorgaben in der Corona-Krise umgegangen? Die Kommunen sagen: überwiegend positiv bei nur wenigen Ausreißern.

Die Polizei kontrolliert am Rheinufer die Einhaltung der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie. Foto: David Young/dpa/Archivbild

Trotz des herrlichen Frühlingswetters haben sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen am Oster-Wochenende weitestgehend an das vom Land in der Corona-Krise vorgegebene Kontaktverbot gehalten. Die Zahl der eingeleiteten Verfahren nach Ordnungswidrigkeiten lag zumeist unter denen des Vorwochenendes, teilten die Städte mit. Wegen der kühleren Temperaturen am Ostermontag zog es an diesem Tag auch deutlich weniger Menschen in NRW ins Freie.

Ausreißer war am Karsamstag Aachen. Hier registrierte das Ordnungsamt vermehrt Gruppen, die gegen das Corona-Kontaktverbot verstießen und sich auf Plätzen trafen oder in Parks grillten. Nach Angaben der Stadt vom Ostersonntag wurden 30 Verfahren eingeleitet. Zusammen mit der Polizei löste das städtische Ordnungsamt außerdem eine nicht genehmigte Demonstration auf. Rund 25 Personen hatten sich laut Mitteilung an einem Brunnen widerrechtlich versammelt.

In Köln zählte das Ordnungsamt am Ostersonntag insgesamt 111 Verstöße, 13 weniger als am Samstag. „Die meisten davon waren Verstöße gegen das Kontaktverbot“, sagte eine Stadt-Sprecherin. Vereinzelt seien auch Verstöße von Einzelhändlern und Gastronomen aufgenommen worden. Kontrolliert wurde insbesondere an den Ausflugs-Hotspots am Rhein und in den Parks, größere Probleme gab es nicht.

Allerdings musste die Polizei am Sonntag eine nicht angemeldete Demonstration in der Kölner Innenstadt auflösen. Am Nachmittag waren etwa 60 Menschen durch die Stadt gezogen, obwohl wegen der Corona-Regelungen alle Demonstrationen am Osterwochenende verboten worden waren. Sie demonstrierten unter anderem gegen die Zustände im griechischen Flüchtlingslager Moria. Die meisten Teilnehmer liefen demnach davon, als die Polizei dazukam. Gegen 15 Menschen wurde Anzeige erstattet.

In Düsseldorf hielten sich die Menschen am Ostersonntag überwiegend an das Kontaktverbot, sagte Sprecherin Annika Mester. „Das Ordnungsamt musste wenig einschreiten - und wenn, dann hat eine Ansprache gereicht.“ Am Sonntag habe es außerdem einige Lärmbeschwerden gegeben. „Aber das lag wohl am Feiertag“, berichtete Mester. Insgesamt hätten die meisten Düsseldorfer die Corona-Regeln am Wochenende gut umgesetzt.

In Bielefeld gab es bis einschließlich Ostersonntag zwar 107 Verstöße. Wegen des guten Wetter gab es am Ostersonntag ein paar mehr Ausreißer. Die Lage sei aber in der Stadt in Ostwestfalen deutlich ruhiger gewesen als am Karfreitag und den Samstagen der Vorwochen, teilte die Verwaltung am Montag mit. Auch in Bielefeld gab es eine Spontandemonstration gegen das Kontaktverbot. Als Polizei und Ordnungsamt anrückten, verließen die Teilnehmer den Platz in der Innenstadt.

In Münster zeigte sich die Verwaltung am Ostermontag in einer ersten Bilanz zufrieden. Die Münsteraner seien über Ostern sehr diszipliniert mit den Vorgaben umgegangen. Vereinzelt seien Jugendgruppen am Dortmund-Ems-Kanal oder am Aasee von den Ordnungskräften angetroffen worden, teilte eine Sprecherin mit. In Supermärkten seien die Auflagen zum Teil nicht eingehalten worden. Hier fehlten Mindestabstände und die Einkaufswagen seien nicht desinfiziert worden. Die Stadt habe erneut kontrollieren müssen.

Auch die Stadt Dortmund zog nach den Osterfeiertagen ein positives Fazit. Der Großteil der Menschen halte sich an das Kontaktverbot, wie ein Sprecher mitteilte. Bei Verstößen würden bereits kurze Ansprachen der Ordnungsdienste reichen. Auch die Einbahnstraßenregelung im Naherholungsgebiet Phoenix-See würde eingehalten. Die Spaziergänger und Sportler sollen sich nur im Uhrzeigersinn um den See bewegen, um den Mindestabstand besser einhalten zu können.

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