NRW

Kopfschuss in Krefeld: Verdächtige in Untersuchungshaft

Mittwoch, 30. November 2022 - 17:48 Uhr

von dpa

© Oliver Berg/dpa

Nach der Erschießung eines 42-Jährigen auf offener Straße in Krefeld hat die Polizei zwei Verdächtige aus der dortigen Drogenszene festgenommen. Die Festnahme der 20 und 26 Jahre alten Männer an einem bekannten Treffpunkt der Szene sei zwar zunächst aus anderem Grund erfolgt, die beiden seien dann aber wegen der Tötung in Verdacht geraten, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Ein Haftrichter schickte beide wegen Totschlagsverdachts in Untersuchungshaft.

Bei der zunächst routinemäßigen Überprüfung, ob die Männer, von denen einer wegen eines anderen Delikts gesucht worden war, in einem Zusammenhang zu der Tat stehen könnten, hätten sich Verdachtsmomente ergeben und verdichtet. Die Polizeiaktion auf dem Krefelder Theaterplatz sei schon vor der Erschießung geplant gewesen.

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Die Obduktion des Opfers hat unterdessen ergeben, dass der Kopfschuss wie erwartet die Todesursache ist. Einzelheiten teilte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mit.

Der Albaner war am Montagabend in der Innenstadt erschossen worden. Er habe seit vier Jahren in Deutschland gelebt und sei ohne festen Wohnsitz gewesen. Zeugen hatten gegen 19.50 Uhr mehrere Schüsse gehört und in der Dunkelheit zwei Männer weglaufen sehen. Die beiden Verdächtigen seien ebenfalls Albaner.

Die Polizei hatte zudem ein in der Nähe des Tatorts geparktes Auto abschleppen lassen. „Wir vermuten, dass das Auto mit der Tat zu tun hat“, hatte ein Polizeisprecher gesagt. Es werde nun genauso untersucht wie die sichergestellten Projektile. Die Tatwaffe blieb trotz aufwendiger Suchaktion auch mit Sprengstoff-Spürhunden verschwunden.

Der Erschossene war der Polizei wegen Drogen- und Eigentumsdelikten bekannt. Um eine „große Nummer“ im Drogengeschäft soll es sich bei ihm aber nicht gehandelt haben, eher um einen Kleindealer, der auch selbst Drogen konsumiert habe, hieß es aus Ermittlerkreisen.


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Die kriminelle Vorgeschichte des mutmaßlichen Täters von Brokstedt war offenbar noch umfangreicher als bisher gedacht. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn bestätigte am Dienstag, dass gegen den Mann in Nordrhein-Westfalen mehr als 20 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden seien. Die meisten davon hätten allerdings eher kleinere Delikte betroffen und seien eingestellt worden. Schwere Tatvorwürfe waren demnach zum einen eine gefährliche Körperverletzung - hier sollte er einen Mann mit einer Kette geschlagen haben - und ein Verdacht auf Vergewaltigung. Aber auch diese beiden Verfahren seien eingestellt worden. Rechtskräftig verurteilt wurde der Mann in NRW demnach in drei Fällen. Der „Spiegel“ hatte berichtet.