NRW

Kranke Frau getötet: Mann wollte ihr „Siechtum ersparen“

Prozesse

Donnerstag, 24. Januar 2019 - 14:13 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Köln. Ein 84-Jähriger hat vor dem Kölner Landgericht gestanden, seine demenzkranke Ehefrau getötet zu haben. „Sie wollte nicht mehr leben, das hat sie fast täglich gesagt“, sagte der Mann aus Bergisch Gladbach beim Beginn des Prozesses am Montag. Deswegen habe er seiner Frau, mit der er 58 Jahre verheiratet war, am 28. März 2017 zunächst eine große Menge in Wasser aufgelöster Schlaftabletten gegeben. Als sie davon Erstickungsanfälle bekam, habe er sie nach eigener Aussage aus Panik mit einer Hand auf das gemeinsame Bett gedrückt und ihr mit der anderen eine tödliche Dosis Insulin in den Hals gespritzt. Der Rentner ist wegen Totschlags angeklagt.

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Der Mann hatte anschließend versucht, sich selbst das Leben zu nehmen. Er habe seiner Ehefrau längeres Siechtum ersparen wollen, hieß in einem Abschiedsbrief, der am Tatort gefunden und im Gericht verlesen wurde. Seine eigene Kraft sei am Ende, schrieb der Mann.

Als er sich sicher war, dass seine Frau tot war, habe er seine Kinder in einer Whatsapp-Nachricht gebeten, vorbeizukommen, sagte der 84-Jährige. Danach habe er die andere Hälfte der Mischung aus Wasser und Beruhigungsmitteln getrunken, um sich selbst zu töten. Er wurde von seiner Tochter gefunden und überlebte. Sie hätten sich schon vor langer Zeit versprochen gehabt, gemeinsam in den Tod zu gehen, wenn einer von ihnen an Alzheimer erkranke, sagte der Angeklagte weiter.


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