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NRW

Kultusminister beraten über Prüfungschaos

Gesundheit

Mittwoch, 25. März 2020 - 06:20 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin/Düsseldorf. Die Schulen sind geschlossen und die Schüler lernen zu Hause. Was ist mit den Abi-Prüfungen? NRW will bis Freitag entscheiden und gemeinsam mit möglichst vielen Bundesländern vorgehen. An diesem Mittwoch ist eine Schaltkonferenz der Kultusministerkonferenz geplant.

Yvonne Gebauer, Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Kultusminister der Bundesländer wollen an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen bei den anstehenden Schulabschlussprüfungen in der Corona-Krise beraten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist für den Mittag eine Schaltkonferenz geplant, bei der es um das Durcheinander bei diesem Thema gehen soll. Während Hessen und Rheinland-Pfalz weiter Abiturprüfungen stattfinden lassen, haben andere Länder das Abi und andere Abschlussprüfungen verschoben. Schleswig-Holstein will die Prüfungen sogar ganz ausfallen lassen.

Nordrhein-Westfalens Landesregierung will möglichst im Einvernehmen mit vielen Bundesländern bis Freitag über die Abiturprüfungen 2020 entscheiden. „Nordrhein-Westfalen ist auf verschiedene Szenarien vorbereitet und wird in dieser Woche noch einen Vorstoß unternehmen, mit möglichst vielen Ländern einen gemeinsamen Weg einzuschlagen“, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). „Sollte dies nicht möglich sein, wird Nordrhein-Westfalen unabhängig davon seine Entscheidungen treffen und diese am Freitag vorstellen“, heißt es in einer Erklärung Gebauers vom Dienstagabend.

Die bundesweite Einstellung des Unterrichts in allen Schulen infolge der Coronavirus-Ausbreitung sei unvermeidlich gewesen und stelle eine absolute Ausnahmesituation dar, erklärte Gebauer. Dies erfordere ein besonnenes und abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten. Die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten hätten mit Blick auf ihren Schulabschluss ein Recht auf faire Bedingungen und transparente Entscheidungen. Sie betonte: „Ich kann den Wunsch nach einer raschen Entscheidung sehr gut nachvollziehen. Aber: Es braucht jetzt nicht die schnellstmögliche, sondern die bestmögliche Entscheidung.“

Bei den Planungen würden selbstverständlich auch alle weiteren Abschlussprüfungen berücksichtigt, wie die etwa 60 000 dezentral organisierten Abitur-, FHR- und Berufsabschlussprüfungen nach Landesrecht an den Berufskollegs und die Zentralen Abschlussprüfungen der Klasse 10, hieß es ergänzend aus dem NRW-Schulministerium.

Die Elternverbände in Nordrhein-Westfalen hatten zuvor am Dienstag trotz Corona-Krise Klarheit für die Abi- und Abschlussprüfungen ihrer Kinder gefordert. Die Landeselternschaft der Gymnasien NRW zeigte sich „befremdet und enttäuscht“, dass die Bundesländer sich bisher nicht auf ein abgestimmtes Verhalten hätten einigen konnten. Sie kritisierte, dass mehrere Bundesländer mit einer Verschiebung des Abiturs vorgeprescht seien. „Wir sorgen uns daher um die Qualität und Integrität der Abiturprüfungen in diesen besonderen Zeiten“, hieß es.

Formulierungen wie „Not-Abitur“ oder „Kurz-Abitur“ erweckten den Eindruck, dass der aktuelle Abiturjahrgang eine Prüfung ablegt, die gegenüber den Vorjahren minderwertig sei. Das müsse unbedingt vermieden werden. Wenn sich in zwei Wochen herausstellen sollte, dass es keine Eindämmung der Coronavirus-Infektionen gibt, sollte darüber nachgedacht werden, die bisherigen Leistungen ohne Prüfungen zu einer Abiturnote zusammenzurechnen. „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche und mutige Entscheidungen...“, so der Verband.

Den Schülern müssten die Abschlüsse in diesem Schuljahr ermöglicht werden, damit sie sich für einen Ausbildungsplatz oder Studienplatz bewerben könnten, forderte die Landeselternkonferenz, Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften, am Dienstag. Andernfalls gehe ein Ausbildungsjahr verloren. Deshalb müssten die Termine für die Abschlussprüfungen schnellstmöglich, noch vor Ostern, feststehen.

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