NRW

Kunst-Nachlass von Kardinal Meisner wird versteigert

Auktion

Donnerstag, 20. September 2018 - 02:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Köln. Gut ein Jahr nach dem Tod von Kardinal Meisner wird jetzt der zweite Teil seines Kunst-Nachlasses versteigert. Es geht um mehrere hundert Objekte. Sie geben Aufschluss über die Vorlieben des früheren Erzbischofs.

In Köln wird heute der zweite Teil des Kunst-Nachlasses von Kardinal Joachim Meisner versteigert. Die 575 Objekte dokumentieren die große Sammelleidenschaft des verstorbenen Kardinals, wie das Auktionshaus Lempertz mitteilte. So manches Stück habe er auf Streifzügen durch Antiquitätengeschäfte noch während seiner Bischofszeit in Berlin in den 1980er Jahren erworben. Anderes sei ihm zu Geburts- und Festtagen geschenkt worden.

Unter den Objekten sind Gemälde des 19. Jahrhunderts, Gnaden- und Andachtsbilder, Porzellan, Ansichtstassen aus Meisners schlesischer Heimat, Kruzifixe und Volkskunst. Das teuerste Los der Auktion ist mit 4000 Euro eine russische Christus-Darstellung. Die meisten Werke werden für weniger als 500 Euro angeboten.

Die 28 wertvollsten Werke aus Meisners Privatsammlung waren bereits im Mai versteigert worden. Sie hatten den überraschend hohen Gesamterlös von 840 000 Euro erzielt. Auch diesmal fließt der Erlös an die Kardinal-Meisner-Stiftung, die Gemeinden im Erzbistum Köln sowie in Osteuropa fördert.

Meisner war am 5. Juli 2017 im Alter von 83 Jahren während seines Sommerurlaubs in Bayern gestorben. Der konservative Kardinal interessierte sich zeitlebens für Kunst, auch für moderne. Das von Gerhard Richter geschaffene Fenster im Kölner Dom gefiel ihm zwar überhaupt nicht, doch förderte er das fortschrittliche Kolumba-Museum, das sowohl für seine Architektur als auch für seine Ausstellungen vielfach ausgezeichnet wurde.


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