NRW

Kutschaty warnt vor sozialer Spaltung bei Impf-Freigabe

Gesundheit

Dienstag, 27. April 2021 - 15:57 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Eine Aufhebung der Impf-Reihenfolge birgt aus Sicht des nordrhein-westfälischen SPD-Chefs Thomas Kutschaty „Sprengstoff für eine soziale Spaltung“. Solange es noch Alte, chronisch Kranke oder Beschäftigte mit hohem Infektionsrisiko gebe, die noch nicht geimpft seien, sei eine Freigabe auszuschließen, sagte Kutschaty. Ansonsten würden sich „die durchsetzen, die die besseren Möglichkeiten und die besseren Kontakte zu Ärzten und Sonstigen haben, die Impfstoffe vergeben“, prognostizierte der SPD-Politiker.

Thomas Kutschaty (SPD), Vorsitzender der nordrhein-westfälischen SPD. Foto: Jonas Güttler/dpa

Die höchst unterschiedlichen Infektionsraten, die aus mehr oder weniger wohlhabenden Kölner Stadtteilen berichtet würden, hätten ihn fassungslos gemacht, sagte Kutschaty. „Ich kann mir gut vorstellen, welcher Stadtteil als erster durchgeimpft ist, wenn das freigegeben wird, und welcher als letzter.“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Montagabend nach einem Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesagt, er halte es für sachgerecht, die Impf-Priorisierung im Juni auslaufen zu lassen, nachdem Berufsgruppen mit hohem Risiko geschützt seien. Kuschaty warnte vor voreiligen Schritten. Schließlich sei NRW mit einer Quote von rund sieben Prozent bei den Erstimpfungen von Herden-Immunität noch weit entfernt.

Laschet hatte dagegen die Fortschritte in NRW gelobt: „Das ist ein Tempo wie in den USA“. An diesem Mittwoch werde aller Voraussicht nach an nur einem einzigen Tag rund ein Prozent der Bevölkerung in NRW geimpft, hatte er in Berlin gesagt.

© dpa-infocom, dpa:210427-99-374132/2

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