NRW

LKA-Lagebild: Weniger junge Tatverdächtige

Kriminalität

Mittwoch, 23. Oktober 2019 - 14:27 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Kinder, Jugendliche und Heranwachsende sind 2018 laut LKA seltener als Tatverdächtige ermittelt worden als im Jahr zuvor. Aber: Immer mehr Kinder und Jugendliche fallen durch Bedrohung, Erpressung oder das Verbreiten intimer Bilder übers Internet auf.

Ein junger Mann hebt seine geballte Faust (Illustrationsfoto). Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist in NRW im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 99 389 Personen gesunken. Mit 21,7 Prozent entspricht das etwa jedem fünften der insgesamt 457 275 Tatverdächtigen. Das geht aus dem Lagebild Jugendkriminalität und Jugendgefährdung vor, das jetzt vom Landeskriminalamt (LKA) veröffentlicht wurde.

Von insgesamt 457 275 Tatverdächtigen waren laut dem Lagebild 15 356 Kinder unter 14 Jahren, 41 997 Jugendliche unter 18 Jahren und 42 036 Heranwachsende unter 21 Jahren. In den meisten Fällen ging es um Diebstahl (31 502 Verdächtige), Körperverletzung (25 375) oder Drogen (15 006). Während die Zahlen in diesen Bereichen durchgehend rückläufig waren, stieg die Zahl der Verdächtigen bei Straftaten mit dem „Tatmittel Internet“ in fast allen Kategorien an - darunter bei Gewaltdarstellung, Erpressung oder Kinder- beziehungsweise Jugendpornografie.

Im Fall der jugendpornografischen Fälle waren die Tatverdächtigen in 76,1 Prozent unter 21 Jahren alt. Das war der einzige Bereich, in dem Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende häufiger verdächtig wurden als Erwachsene. Laut einem LKA-Sprecher betrifft Jugendpornografie 14- bis 18-Jährige Opfer. Das Jugendliche intime Fotos von Gleichaltrigen zum Beispiel in Chats teilten, sei inzwischen leider ein weit verbreitetes Phänomen.


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