Laborleiter: Verständnis für Teststrategie, aber auch Kritik

dpa/lnw Bonn. Nach den Änderungen bei der Corona-Teststrategie für Grundschüler in Nordrhein-Westfalen hat der Leiter eines Bonner Testlabors Verständnis für den Schritt gezeigt, aber auch Kritik geäußert. „Wir können schon verstehen, dass die Mitarbeiter von Laboren so entlastet werden sollen“, sagte Philipp Westhofen, Leiter des Bonner Labors CBT. „Ich weiß aber nicht, wie sinnvoll das ist. Meiner Meinung nach können die Schnelltests keine PCR-Tests ersetzen. Letztlich rauscht das Coronavirus damit einmal durch die Klasse.“

Laborleiter: Verständnis für Teststrategie, aber auch Kritik

Ein Patient lässt vor einer Arztpraxis einen Abstrich für einen Corona-Test machen. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild

Die neuen Testregelungen gelten an den Grundschulen seit Mittwoch. Neu ist im Kern, dass bei Schülern nach einem positiven Pool-Ergebnis der Klasse bei den Lolli-PCR-Tests nur noch mit einzelnen Schnelltests nachgetestet wird. Bisher hatten Schüler zusätzlich noch einzelne PCR-Rückstellproben abgegeben, die bei einem positiven Pool-Ergebnis rasch in einem zweiten Schritt in den Laboren überprüft worden waren, um infizierte Kinder zu erkennen.

Das entfällt nun - laut Schulministerium wegen der sprunghaft angestiegenen Infektionszahlen und etwa der damit einhergehenden starken Labor-Belastungen. Dies gilt jedoch nicht für alle Labore: Das Bonner CBT bearbeite zwar Tausende Testungen pro Tag, sei aktuell jedoch nur zu 50 Prozent ausgelastet, sagte Westhofen. Schulen, Kindergärten und Elterninitiativen hätten deswegen in den vergangenen Tagen vermehrt sein Labor kontaktiert. Bei Einzelfällen könne sein Labor unterstützen, sagte Westhofen. „Aber allen Schulen mit Tausenden Rückstellproben können wir nicht so einfach aus der Hüfte helfen. Das müsste man planen und dann ist es wahrscheinlich zu spät.“

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